Baugrund in München zu erben, ist wie ein Sechser im Lotto: 2533 Euro kostete dort der Quadratmeter Bauland zuletzt im Schnitt. Für diesen Betrag müssten im Landkreis Kulmbach 108 Quadratmeter den Besitzer wechseln. Im Schnitt zahlten Käufer nach den Meldungen ans Finanzamt hier rund 23 Euro pro Quadratmeter Bauland. Das ist Platz 375 in der bundesweiten Baulandpreis-Bundesliga, unter 403 ausgewerteten kreisfreien Städten und Landkreisen (wobei gilt, je weiter hinten, desto niedriger der Quadratmeter-Preis).

Am günstigsten kommen Bauherren derzeit im Kreis Elbe-Elster (Brandenburg) an Baugrund: Für 10 Euro ist der Quadratmeter im Schnitt zu haben. Der bundesweite Schnitt liegt bei 131 Euro (Vorjahr: 119 Euro). Tendenz weiter steigend. Allerdings nicht bei uns: Hier sank der Preis zuletzt.

Große Preisunterschiede

Es geht aber auch noch ein bisschen teurer: In der statistischen Erfassung wird Bauland nochmals in "baureifes Land", "Rohbauland" und "sonstiges Bauland", das beispielsweise als Freifläche genutzt wird, untergliedert. Die Untergruppe "baureifes Land", ist die teuerste Form, denn das besagt, dass der Bagger sofort rollen kann, weil die notwendige Erschließung vorhanden ist. Wesentlich günstiger ist Rohbauland, da es sich hier um Grundstücke handelt, die erst in absehbarer Zeit erschlossen werden sollen. Deswegen unterscheiden sich auch die beiden Durchschnittswerte, die die Statistiker für den Kreis Kulmbach angeben: Bauland kostete 2017 im Schnitt rund 23 Euro (Vorjahr: 41 Euro), baureifes Land kam sogar auf rund 52 Euro (Vorjahr: 52 Euro).

Diese durchschnittlichen Kaufwerte errechnen sich dabei aus tatsächlichen Grundstücksgeschäften, sind also keine Werte, die Gutachterausschüsse ermitteln. Basis der Berechnung sind die Daten, die zur Berechnung der Grunderwerbsteuer ans Finanzamt gemeldet werden. Das kennt damit die echten Verkaufswerte auf Euro und Cent. Diese Verkaufswerte werden zur Erfassung in der Kaufwerte-Statistik weiter gemeldet.

Damit wissen wir, dass 2017 in Bayern exakt 19 828 baureife Grundstücke verkauft wurden. Dazu kamen 3729 Verkaufsfälle mit Bauerwartungsland.

164 Baugrundstücke verkauft

Der Kreis Kulmbach hat daran seinen Anteil: Insgesamt 164 Baugrundstücke wurden hier verkauft, darunter 113 baureife Grundstücke. Daraus ergab sich als Umsatz für Grundstücksgeschäfte mit baureifen oder bebauten Grundstücken 5,74 Millionen Euro (Vorjahr: 6,80 Millionen Euro). Andere verkaufte Baulandarten sorgten 2017 für 51 Geschäfte mit einem Umsatzvolumen von 3,98 Millionen Euro. Im Bund läpperten sich die Baulandverkäufe auf insgesamt 16,69 Milliarden Euro.

Investieren in Grund und Boden

Bleibt noch eine Frage, bei der die Statistik die Antwort aber mangels Erfassung schuldig bleibt. Was macht der Käufer mit dem Bauland? Bauen oder Landbanking? Landbanking bedeutet, auf wachsende Baulandpreise zu setzen statt das Geld zu Niedrigzinsen auf die Bank zu tragen. Bei der derzeitigen Nachfrage ein sicheres Geschäft. Vor allem, wenn die Warnung vor dem "Flächenfraß" die Ausweisung von Baugebieten hemmt. Hohe Preise sorgen dann vor allem für kleine Gärten - und damit auch für allenfalls kleine ökologische Nischen für Pflanzen und Tiere. Da wird's dann beispielsweise eng für bienenfreundliche Blumenpracht, und die Kinder spielen auf der Straße. teb