Kinderbetreuung macht Kopfzerbrechen: Vor Corona war es ganz einfach. Im ersten Lebensjahr in die Krippe oder zur Tagesmutter, mit drei in die Kita und nach der Schule in den Schülerhort. Mehr als 3,9 Millionen (Vorjahr 3,8 Millionen) Kinder im Alter unter 14 Jahren wurden bundesweit zum Stichtag 1. März 2020 in Tageseinrichtungen beziehungsweise Tageseltern betreut und gefördert. Im Kreis Erlangen-Höchstadt waren in der Summe zuletzt 8194 Jungs und Mädchen im Alter von bis zu 14 Jahren tagsüber in einer Krippe, einem Hort, einer Kita oder bei einer Tagesmutter untergebracht (ohne Doppelzählungen), davon hatten 24,5 Prozent ausländische Wurzeln. Im Vorjahr registrierte die Statistik hier noch insgesamt 7798 betreute Kinder (darunter 22,8 Prozent mit ausländischen Wurzeln), davor waren es 7466 und im Jahr 2017 hatte die Zahl bei 7143 betreuten Kindern gelegen.

Leichtes Plus in Bayern

Eltern nutzen verstärkt Kitas und Tagesmütter, deutschlandweit werden immer mehr Kinder im Alter bis zu 14 Jahren fremdbetreut. Vor allem immer mehr Kleinkinder zeigt die Statistik. Zuletzt kletterte die Zahl der betreuten unter Dreijährigen bundesweit von 818 427 auf 829 163 und die Gesamtzahl aller betreuten Kinder bis 14 Jahre um etwas über 94 000 auf über 3,9 Millionen Kinder. Davon 612 186 in Bayern (Vorjahr: 590 901), was hier einem Plus von 0,8 Prozent entspricht.

Die meisten mit Verpflegung

Im Kreis Erlangen-Höchstadt besuchten zum Stichtag 1683 Kleinkinder unter drei Jahren einen Kindergarten oder eine Kita, weitere 91 waren (eventuell auch zusätzlich) bei einer Tagesmutter. Unterm Strich gab es 1774 betreute Kleinkinder. Das sind 88 mehr als im Vorjahr (5,22 Prozent).

Die Drei- bis Sechsjährigen, also die Kinder im klassischen Kindergartenalter, bilden bundesweit mit mehr als 2,2 Millionen Kindern die stärkste Gruppe der "Fremdbetreuten". Im Kreis Erlangen-Höchstadt besuchten aus dieser Altersgruppe 4182 Buben und Mädchen Kindergärten beziehungsweise Kitas, weitere sieben waren (eventuell auch zusätzlich) bei Tageseltern untergebracht. Bei den Kindern von sechs bis 14 Jahren sind 2231 in Einrichtungen in Betreuung und acht in Tagespflege (Vorjahr: 2072/8). Wie lange Mutter, Vater, Kind sich werktags nur wenig sehen, wird nicht erhoben. Aber man weiß, bei wie vielen Kindern Mittagsverpflegung zur Betreuung gehört. Die kommt im Kreis Erlangen-Höchstadt bei 6189 Kindern oder 75,53 Prozent aller betreuten Kinder auf den Tisch.

Kaum Tagesmütter

Tagesmutter oder Kita? Da favorisieren Eltern landauf, landab den Kita-Platz. Im Kreis Erlangen-Höchstadt registrierten die Statistiker über alle Altersgruppen hinweg insgesamt 8096 betreute Kinder in Tageseinrichtungen und 106 (teilweise ergänzend) durch Tageseltern betreute Buben und Mädchen. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Kita-Kinderzahl um 394, die der Tagesmütter-Kinder stieg um zwei.

Für Betreuungsplätze und längere Betreuungszeiten spricht, das frühkindliche Bildung zunehmend positiv gesehen wird, abgesehen davon, dass Mütter frühzeitig in ihren Beruf zurückwollen und dort wiederum zeitlich flexibel sein müssen. Corona bringt dabei alle in die Bredouille, weil das System recht eng getaktet ist und die Wohnungsgrößen zuweilen eher klein sind. Deswegen auch der Drang der Kultuspolitik Kitas und Schulen wieder zu öffnen. Dass die Verbreitung des Coronavirus bei Kindern kein Problem ist, lässt sich allerdings statistisch eher nicht untermauern. Laut Robert-Koch-Institut waren 3111 Kinder bis zu vier Jahren in der KW 51 vor Weihnachten mit Corona infiziert, 4207 waren im Alter zwischen 5 und 9 Jahren und 5133 zwischen zehn und 14. zds