Traditionell feiert die Kolpingsfamilie Kronach rund um den Geburts- bzw. Todestag (8. Dezember 1813 - 4. Dezember 1886) des "Gesellenvaters" Aldoph Kolping dessen Gedenktag. Dabei werden jedes Jahr auch neue Mitglieder begrüßt und langjährige Mitstreiter geehrt. Dieses Jahr fand die Feier coronabedingt im kleinen Rahmen statt. Der Gedenktag begann am Samstag mit einer Vorabendmesse in der Stadtpfarrkirche, zelebriert von Präses Thomas Teuchgräber.

"Steht auf und gebt der Welt ein Lebenszeichen. In jedem von euch brennt dasselbe Licht. Noch ist es dunkel, doch die Nacht wird weichen. Schenkt der Welt ein menschliches Gesicht ..." Diese Liedzeilen aus dem Musical "Kolpings Traum" ernannte der Pfarrer zum Motto des diesjährigen Gedenktags wie auch des Gottesdienstes. "Die Sehnsucht der Menschen ist heute nicht viel anders als damals", sagte er. Auch heute lebten die Menschen in ungewissen Zeiten und sehnten sich nach Freiheit und Gerechtigkeit, Hoffnung und Zuversicht, Sorglosigkeit und Perspektive. Momentan falle es schwer, ein "menschliches Gesicht" zu zeigen. Vieles, was das Leben lebenswert mache, dürfe nicht sein: Geselligkeit, Feiern, Gemeinschaft, Begegnung, Kontakt. Ein Rückzug in die eigenen vier Wände könne keine Alternative sein, so der Pfarrer weiter, da man dies gar nicht aushalte. "Unsere Maske bedeckt Mund und Nase, aber nicht unsere Ohren, Augen und auch nicht unser Herz", appellierte er. "Die Nöte der Zeit werden euch lehren, was zu tun ist", hat Kolping einmal gesagt. Nach seinem Vorbild solle man nicht darüber diskutieren, warum etwas nicht gehe, sondern mit Kreativität neue Wege finden.

In diesem Zusammenhang lud der Präses auch zu "Musik und Gedanken zum Advent" am morgigen 8. Dezember ein. In der Stadtpfarrkirche werden Studierende der Berufsfachschule für Musik Kronach musizieren. 150 Personen könnten am Gottesdienst teilnehmen.

Neue Gesichter in der Familie

Matthias Simon, Vorsitzender der Kolpingsfamilie, freute sich, dass die Gedenkfeier - zwar in kleinem Rahmen - aber dennoch stattfinden konnte. Hier zitierte er Adolph Kolping: "Es ist keine Zeit zu jammern, sondern es ist Zeit zu handeln." So vieles sei in diesem Jahr nicht möglich gewesen. Viele Veranstaltungen seien ausgefallen - öffentliche wie private. "Das tut weh; das ist nicht zu ersetzen. Es ist nicht das gleiche, ob ich persönlich mit jemandem spreche oder per Videokonferenz", sagte Simon.

Der Vorsitzende begrüßte neun neue Mitglieder, die jetzt zur Kolpingfamilie gehören: Die jüngsten von ihnen, Maria und Stella Burger, die auch bei der Vorabendmesse als Ministrantinnen Altardienst geleistet hatten, verstärken die Kolpingjugend. Mit ihnen zählt diese nun 50 junge Leute, 20 Prozent aller Mitglieder der Kolpingsfamilie Kronach. Den Neuzugängen wurden Mitgliedsbücher, Nadeln und ein Geschenk übergeben.

Und auch den Mitgliedern, die seit vielen Jahren dabei sind, sprach Matthias Simon seinen Dank für die zum Teil sieben Jahrzehnte lange Treue aus. Insgesamt kommen die 19 Jubilare auf über 1000 Mitgliedsjahre. Die anwesenden Jubilare erhielten ihre Urkunden sowie ein Dankeschön, ebenfalls Corona-konform in Tüten verpackt.

Eine schöne Tradition des Kolping-Gedenktags ist der Besuch des Nikolaus. Leider war dies heuer ebenso wenig möglich wie ein gemeinsames Kaffeetrinken. Stattdessen wurden die Mitglieder mit einem "Gedenktag to go" beschenkt - mit einer Tasche voller Leckereien, vom Vostand gebackenen Plätzchen, besinnlichen Gedanken, weiteren Überraschungen und das Jahresprogramm 2021, wenn die Kolpingsfamilie 160-jähriges Bestehen feiern kann.