von unserem Mitarbeiter Dieter Hübner

Neudrossenfeld — Integration ist derzeit in aller Munde. Wie sie funktionieren kann, demonstrierten jetzt Sabine Bordon und Michael Krug. Sie ist Filialdirektorin der Deutschen Bank, und als aktives Kiwanis-Mitglied das ganze Jahr auf der Suche nach Möglichkeiten, wie man vor allem sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen helfen kann. Er engagiert sich in seiner Freizeit als Leiter Marketing und Entwicklung beim Landesligisten TSV Neudrossenfeld. Beide kennen sich sehr gut. Und sie hatten eine Idee: Ein Fußball-Turnier mit den etwa 60 Jungs, die als so genannte "unbegleitete Minderjährige" derzeit in der Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt in der Schützenstraße in Kulmbach untergebracht sind.
Die Jugendlichen sind am 17. August nach einer Flucht von bis zu sechs Monaten ohne Eltern aus Krisengebieten wie Afghanistan, Äthiopien, Bangladesch Eritrea, Somalia und Syrien hier angekommen. "Asylanträge dürfen die jungen Flüchtlinge noch nicht stellen, aber ihr Aufenthalt ist zumindest vom Alter her sicher", sagt Jens Mangelberger von der Awo.


Kampf gegen Langeweile

Inzwischen sind die Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren in verschiedenen Schulen untergebracht. Dem Landkreis ist es außerdem gelungen, einen Teil in zwei speziellen Klassen an der Berufsschule unterzubringen. "Fußballspielen ist das A und O, um aufkommender Langeweile bei den Jungs entgegenzuwirken", weiß Betreuer Mangelberger. "Die Anschaffung von Fußballschuhen war daher eine der ersten Beschaffungsmaßnahmen aus dem Spendentopf. Mittlerweile spielen sie in einem Verein, die meisten beim ATS."
TSV-Vorsitzender Gerald Weinrich kennt Julia Brückner vom Roten Kreuz, wo die Flüchtlinge vor ihrem Umzug in die Schützenstraße untergebracht waren. Der erste Kontakt war hergestellt. Auch Anja Gimpel-Henning, frisch gekürte neue Kiwanis-Präsidentin, hatte die Jugendlichen für ihre erste Aktion ihrer Präsidentschaft bereits im Blick. Sie klinkte sich sofort ein. Sabine und Michael waren so begeistert, dass sie in die Planung einstiegen. Sabine Bordon kombinierte dieses Event mit ihrem "Social Day", den sie einmal im Jahr mit ihrem Firmen-Team absolviert. "Jeder, dem wir von unserem Vorhaben erzählten, hatte sofort Lust, in irgendeiner Form mitzumachen.


Am Ende nur Sieger

Mit Unterstützung von TSV-Jugendlichen wurden sechs Mannschaften zu je zehn Spielern gebildet, die jeweils 15 Minuten "Jeder gegen Jeden" spielten. Am Ende des Tages gab es nur Sieger. Alle Mannschaften bekamen einen Fußball, die drei Erstplatzierten zusätzlich einen Pokal. Und jeder Spieler durfte einen Kiwanis-Bag mit Sporthose, Stiften, Schokolade und anderen Utensilien mitnehmen.