Es war die 86. Spielminutezwischen dem SV Erlenbach und dem VfL Frohnlach, als sich die Erlenbacher Anhänger beruhigt zurücklehnen konnten. Erst durch das 3:0 von Philipp Traut war das Abstiegsduell endgültig zu Gunsten des SVE entschieden.
Zuvor hatte die Erlenbacher hochkarätigste Chancen versiebt, mit denen man dem Letzten deutlich vorher hätte den Todesstoß versetzen können. Doch nach 16 Spielen ohne Sieg zählte nur der erste Dreier seit dem 5. September 2015. Auch damals waren die Erlenbacher gegen Frohnlach erfolgreich.
Laut Co-Trainer Alexander Weber, der selbst als Ersatzkeeper auf dem Spielberichtsbogen stand, traten die Frohnlacher mit dem letzten Aufgebot am bayerischen Untermain an. Die prekäre Personalsituation verschärfte sich nochmals vor der Abfahrt, als sich Stürmer McCullough krankheitsbedingt abmeldete. "Wir pfeifen aus dem allerletzten Loch", lautete Webers Kommentar zur Personalnot beim VfL.
Beide Mannschaften zeigten von Beginn an eine Begegnung mit viel Einsatz und Kampfgeist, gleichzeitig merkte man den Abstiegskandidaten auch die nervliche Belastung an. Fehler im Spielaufbau, leichte Ballverluste und Ungenauigkeiten im Passspiel prägten die ersten 45 Minuten. Bitter für Frohnlach: Schon nach 18 Minuten musste Verteidiger Teuchert mit einer Knöchelverletzung ausgewechselt werden.
Nach 20 Minuten stand Erlenbachs Keeper Patsiouras im Mittelpunkt, als er mit einer Glanzparade einen Schuss von Wagner klären konnte. Auf der Gegenseite vertändelte Cinar (23.) zunächst den Ball in aussichtsreicher Position, bevor er 20 Minuten später seine Mannschaft in Führung brachte. Nach einem langen Ball in den Frohnlacher Strafraum befand sich die VfL-Abwehr im kollektiven Tiefschlaf, Cinar (43.) war zur Stelle und vollendete aus kurzer Distanz zum 1:0. "Wir bekommen in unsere Abwehr einfach keine Stabilität, weil wir selten in der gleichen Besetzung spielen können", analysierte Weber die Probleme der Frohnlacher Defensive.
Im zweiten Durchgang offenbarte sich ein Problem der Heimelf, das sich wie ein roter Faden durch die Saison zieht - die mehr als mangelhafte Chancenverwertung. Fiordellisi (60.), Letellier (68., 85.), Jankovic (70.) und Traut (83.) verballerten gleich fünf Hundertprozentige und brachten die Zuschauer schier zur Verzweiflung. Besser machte es Fiordellisi in der 63. Minute, als er nach einem herrlichen Alleingang auf 2:0 erhöhte. Traut (86.) stellte schließlich das Endergebnis her. Unmittelbar vor dem Abpfiff handelte sich VfL-Keeper Hempfling noch die rote Karte ein, als er mit Fiordellisi aneinander geriet und diesen beleidigt haben soll. "So etwas habe ich in 25 Jahren höherklassigem Amateurfußball noch nicht erlebt", war Weber mächtig sauer über den Platzverweis. Wie der Frohnlacher Co-Trainer berichtete, soll Hempfling "Verpiss dich" zu dem Erlenbacher Stürmer gesagt haben. "Kurz vor dem Spielende sollte man bei so einem klaren Ergebnis mehr Fingerspitzengefühl zeigen", so Weber weiter.
"Es war ein kleiner Schritt in Richtung Klassenerhalt, dem jetzt aber weitere Schritte folgen müssen", freute sich Erlenbachs Trainer Marco Roth, der den SVE in der Winterpause von Jürgen Baier übernommen hatte, über den ersten Dreier unter seiner Leitung. "Ich denke, dass wir die spielerisch bessere Mannschaft waren. Allerdings haben wir uns auf die tiefen Bälle von Erlenbach eingelassen. Mit ihren schnellen Spieler hältst du sie dann nicht mehr", fasste Weber das Match aus seiner Sicht zusammen.


Erstaunlicher FC Eintracht

Der Verein liegt auf dem Sterbebett, aber die Notelf des FC Eintracht Bamberg war im 1. Spiel nach dem Insolvenzantrag quicklebendig: Aufgrund des couragierten Auftritt seiner zusammengewürfelten Truppe, die sich beim 3:3 (1:1) völlig unerwartet einen Punkt gegen den TSV Großbardorf erkämpfte, kam Petr Skarabela noch einmal ins Grübeln. "Es hat Spaß gemacht. Wie sich die Elf ohne sieben Leistungsträger präsentiert hat, war auch für mich überraschend. Wie es weiter geht, kann ich jetzt noch nicht sagen", sagte der FCE-Trainer. ps