Die diesjährige ökumenische Friedensdekade begann mit einem Gottesdienst in der Morizkirche. Coburgs Dritter Bürgermeister Thomas Nowak (SPD) wollte das aktuelle Motto "Umkehr zum Frieden" als Aufforderung verstanden wissen. Vor 40 Jahren habe die Friedensbewegung zum Nachdenken geführt. Das Thema Krieg und Frieden sei im Jahr 2020 ebenso aktuell. "Die Welt ist nicht friedlicher geworden", stellte Nowak fest. "Leider haben wir noch in so vielen Regionen der Welt Kriege, Unruhen und Auseinandersetzungen."

Der Bundeswehrpfarrer Dr. Rüdiger Glufke (Cham) gab Missverständnissen und Kommunikationspannen die Schuld an vielen Konflikten und Kriegen. Das fange im privaten Umfeld an und steigere sich bis zum Krieg zwischen Völkern und Nationen. Grundlage für seine Predigt war der 85. Psalm. Dieser beginnt mit der Klage: "Könnte ich doch hören, was Gott der Herr redet, dass er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, auf dass sie nicht in Torheit geraten." Der Text sei in der Zeit der babylonischen Gefangenschaft des jüdischen Volkes entstanden. Man habe vergessen, dass es mehr gebe als Versorgung, Eigenständigkeit, Sicherheit. Aber: "Irgendwie fehlte der Mittelpunkt, die Seele."

Pfarrer Glufke lenkte den Blick auf die Gegenwart der Corona-Krise. Kontakte litten darunter. "Etwas Wesentliches fehlt, was wir zum Menschsein brauchen - Nähe, Kontakt, und daraus resultierend Vertrauen, Hoffnung, Perspektive, Geborgenheit, Zufriedenheit." Echter Friede, so Glufke, sei einer, "der uns innerlich verändert, der den Standpunkt des anderen verstehen lernt, der uns motiviert und dann versucht, gemeinsam Lösungen zu finden".

Neben Nowak nahm Landrat Sebastian Straubel (CSU) am Gottesdienst teil. Dekan Andreas Kleefeld (evangelisch), Dekan Hans-Jürgen Pöschl (alt-katholisch), Pastoralreferent Ralph Walta und Pfarrer Peter Fischer (beide römisch-katholisch) waren die Konzelebranten. Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein gestaltete den Gottesdienst musikalisch aus.

Zu den Veranstaltungen der Friedensdekade gehörte außerdem ein multireligiöses Gebet am gestrigen Volkstrauertag in St. Augustin. Gestalter waren die Geistlichen der christlichen Kirchen, die Jüdische Gemeinde Bamberg, Muslime und Buddhisten. mako