Die Stadt Kulmbach will im Bereich der regenerativen Energieerzeugung auf lokaler Ebene neue Wege gehen. Mit der Gründung der Stromnetz Kulmbach GmbH & Co. KG und dem Aufbau eines eigenen Stromvertriebs wurden hierzu bereits seit dem 1. Januar 2017 die ersten Schritte unternommen, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus.

Der von den Stadtwerken vor einigen Jahren beauftragte Energienutzungsplan habe gezeigt, dass das größte Potenzial für eine Eigennutzung in der Photovoltaik liegt. Die windhöffigen Standorte seien besetzt, die Wasserkraft ausgeschöpft, und die für Biogasanlagen benötigten Flächen würden bereits genutzt.

Im Mai 2020 habe der Stadtrat "auf Anträge aller Fraktionen" beschlossen, dass sich die Stadt Kulmbach dem Thema "Solarenergie in den Hand-lungsfeldern Dachflächenanlagen und Freiflächenanlagen" öffnen möchte. Diesen Weg wolle Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) mit den Stadtwerken fortsetzen. "Da die Stadtwerke eine tragende Rolle im Rahmen der lokalen Energiewende übernehmen sollen, wurden im Wirtschaftsplan 2021 für Maßnahmen in diesen Bereichen insgesamt 1,9 Mio € eingeplant", heißt es in der Verlautbarung weiter.

Auch Werkleiter Stephan Pröschold freue sich über diese Entscheidung: "Die grundsätzliche Entscheidung über eine Beteiligung an der Errichtung und dem Betrieb von regenerativen Stromerzeugungsanlagen ist eine wesentliche Weichenstellung für die Stadtwerke Kulmbach."

Im Bereich Freiflächenanlagen hat der Stadtrat am 28. Januar zugestimmt, dass sich die Stadtwerke nach Vorliegen der Baugenehmigung an einer Kooperationsgesellschaft mit der M. Münch Kraftwerke GmbH & Co. KG mehrheitlich beteiligen. Man wolle mit der Pilotanlage in Grafendobrach mit einem erfolgreichen Partner Erfahrungen sammeln. Am Montag haben Mario Münch, Ingo Lehmann und Stephan Pröschold den entsprechenden Konsortialvertrag unterzeichnet.

Alle Beteiligten zeigten sich davon überzeugt, "dass durch die Bündelung der regionalen Kräfte eine weitere Initialzündung für die energetische Weiterentwicklung im Landkreis Kulmbach erfolgt ist." red