Änderungen des Flächennutzungs- und Landschaftsplanes der Stadt und eine Änderung des Bebauungsplanes "Neue Straße, Briegelstraße, Lauerbach" in Königsberg beschäftigten den Stadtrat. Beide Änderungen stehen in Zusammenhang mit dem geplanten Seniorenwohnheim. Einige Bürger hatten Einwendungen zum Vorhaben vorgebracht, die sich auf eine Zusage des Altbürgermeisters Rudolf Mett und auf eine Beeinträchtigung der Grünfläche bezogen, in dem nun das neue Seniorenwohnheim errichtet werden soll. Geplant ist, das neue Seniorenhaus auf der Grünfläche gegenüber der Stadthalle zu errichten.
Außerdem, so wurde vorgebracht, würde die parallel zur Ortsstraße "Am Breiten Weg" verlaufende Zufahrts- und Parkfläche zu zusätzlichem Lärm und Belästigung der Anwohner durch Abgase führen. Es wäre sinnvoller, die geplanten Parkflächen entlang der Reichsgraf-von-Seckendorff-Straße anzuordnen, meinen die Einwender.


Stadt hat keine Bedenken

Geschäftsleiter Johannes Mücke trug zu diesen Einwendungen die Stellungnahme der Stadt vor: So sei zu entgegnen, sagte er, dass der gesamte Bereich des Lauerbachs durch den Anliegerverkehr zum Siedlungsgebiet über die Reichsgraf-von-Seckendorff-Straße und vor allem die Staatsstraße nach Altershausen bereits "lärmtechnisch geprägt" sei. Durch den Neubau der Wohnanlage werde die Lärmbelästigung an den Häusern dort mit Sicherheit vermindert, da die geplanten Gebäude einen großen Teil des bereits bestehenden Lärms abschirmen werden. In der Wohnanlage für Senioren werden sich vor allem Personen einmieten, die bereits einen Bedarf an Pflegeleistungen haben. Erfahrungsgemäß sei daher der Anteil an Bewohnern mit einem eigenen Pkw gering.
Weiterhin führte der Geschäftsleiter aus, dass kaum nennenswerter Verkehr durch Besucher oder die Zu- und Anfahrten der Mitarbeiter zu erwarten sei. Auch die Erstellung der Zufahrt zum geplanten Komplex über das eigene Grundstück entlang der geplanten Tagespflege und die Anordnung der Parkplätze an dieser Zufahrt sorgten dafür, dass möglichst wenig Fläche versiegelt werden muss und die Fußwege zum Erreichen der Eingänge ins Gebäude möglichst kurz bleiben. Gerade die kurzen Wege von den Parkflächen in die Gebäude würden bei einer Anordnung an der Reichsgraf-von-Seckendorff-Straße viel länger ausfallen. Zudem könnten dort nicht hinreichend zweckgebundene Stellflächen zur Verfügung gestellt werden. Mit der Unteren Naturschutzbehörde sei die Planung abgesprochen.
Zusammenfassend meinte Mücke: "Die Errichtung der Wohnanlage ist ein überfälliges Angebot an Senioren, auch im Alter und bei Pflegebedarf in ihrer Stadt Königsberg wohnen bleiben zu können und daher eine ganz gewichtige Maßnahme einer infrastrukturellen Aufwertung des Wohnstandorts Königsberg." Der Stadtrat schloss sich dieser Meinung an und sah keinen Bedarf für eine nochmalige Umplanung des Projektes. Er beauftragte die Verwaltung, das Verfahren für das Haus unverzüglich weiterzuführen.


Neue Friedhofssatzung

Die Friedhofssatzung der Stadt soll geändert werden, damit die immer stärker nachgefragten Urnenbestattungen möglich werden. Auch die momentan noch bestehende Regelung zur "Stilllegung" des alten Friedhofs als mögliche Bestattungsfläche sollte baldmöglichst geändert werden. Gerade dort könnte in einem abgeschlossenen und naturnahen Bereich ein neuer Ansatz für verschiedene Arten der Urnenbestattung in ansprechender Weise umgesetzt werden, hieß es.
Bürgermeister Claus Bittenbrünn (FW) stellte den Vorschlag für die neue Satzung vor. Hier wurden die neuen Möglichkeiten der Urnenbestattung wie etwa Urnenwiesengrabstätten, Baumgrabstätten, anonyme Urnenwiesengrabstätten aufgenommen. Neu festgelegt wurde auch, dass die Gesamtgrabfläche eines Grabes nur bis zu 50 Prozent mit Grabplatten bedeckt werden darf. Die Satzung wurde vom Gremium gebilligt. In einer der nächsten Stadtratssitzungen wird dem Gremium eine angepasste Beitrags- und Gebührensatzung vorgestellt.
In einem weiteren Punkt der Tagesordnung beschloss der Stadtrat den Einstieg in ein zweites Auswahlverfahren der Breitbandförderung in Bayern. Die Stadt Königsberg hat bisher die Fördermittel für den Ausbau der Breitbandversorgung noch nicht voll ausgeschöpft. Dies gilt insbesondere für den Anschluss weiterer abgelegener Höfe. Zusammen mit dem Büro Reuther NetConsulting wurde nun eine Übersicht über die noch zu erschließenden Bereiche in einem Erschließungsgebiet zusammengefasst. Das wurde dem Gremium anhand eines Lageplans vorgestellt. Um wegen der Konsolidierung der gemeindlichen Finanzen eine Steuerungsmöglichkeit für die Ausgaben zu schaffen, wurde das Erschließungsgebiet in zwei Lose aufgeteilt. Der Bürgermeister wurde beauftragt, beim bayerischen Breitbandzentrum den Höfebonus für eine 90-Prozent-Förderung zu beantragen.