Günter Flegel Solche Bilder schrecken die Menschen seit Jahrhunderten, und sie sind trotz aller technischen Möglichkeiten auch heute nach wie vor furchterregend: Braune Fluten, die sich durch die Straßen wälzen, Flammen, die aus dem Dachstuhl schlagen, ein Wirbelsturm, der Bäume wie Streichhölzer knickt. Die Natur kann grausam sein.

Auch Franken ist keine Insel der Sicherheit. Hochwasser mit verheerenden Folgen kennt man nicht nur aus historischer Zeit und nicht nur vom Main. Stürme wüten nicht nur in den Wäldern, und einem Tornado kann man nicht nur im Wilden Westen der USA begegnen. In jüngster Zeit gab es in Franken Schäden und Verletzte durch Wolkenbrüche und Blitzschlag.

Gegen die meisten Naturgewalten kann man sich kaum schützen, man kann nur hoffen und beten, dass das Gewitter oder der Sturm vorbeizieht, ohne dass Bäume fallen oder Dachziegel fliegen.

Beruhigend kann es sein, wenn man sein Hab und Gut gegen Wetterschäden versichert. Da empfiehlt es sich, eine gute Beratung in Anspruch zu nehmen, Vergleichsangebote einzuholen und das Kleingedruckte gründlich zu lesen. Neben der obligatorischen Gebäudeversicherung, die Schäden vor allem durch Feuer abdeckt, hat in jüngster Zeit durch die sich häufenden Wetterereignisse die Elementarschadensversicherung an Bedeutung gewonnen. Auch wenn die Beiträge kein Pappenstiel sind: Im Vergleich zu den Schäden, die ein Unwetter anrichten kann und auf denen ein nicht ausreichend versicherten Hauseigentümer sitzen bleibt, sind es Peanuts. Was droht an Wetterkapriolen in Franken? Ein paar Beispiele:

Hochwasser

Frankenland ist Wasserland, und am Main und seinen Zuflüssen hat es schon immer teils heftige Überflutungen gegeben. Aus allen fränkischen Städten sind historische Geschichten von Flutwellen überliefert, die Brücken zerstört, Menschen und Vieh in den Tod gerissen haben. Fast regelmäßig traten Hochwasser am Main früher nach der Schneeschmelze im Frühjahr auf; mit dem Klimawandel scheint diese Gefahr kleiner geworden zu sein. Jederzeit wiederholen kann sich aber das Magdalenenhochwasser: Im Juli 1342 ließ enormer Regen den Main stärker anschwellen als je zuvor, selbst der Dom in Würzburg stand unter Wasser. Heute droht - das ist kein Widerspruch - die Gefahr vor allem auch an kleinen Bächen und durch die langen Phasen ohne Regen. Wenn es auf trockene Böden schüttet und zugewachsene Bäche das Wasser nicht abführen können, wird aus einem Rinnsal schnell eine Sintflut! So geschehen etwa im mittelfränkischen Obernzenn im Jahr 2016. In Bad Kissingen führt der Hochwassernachrichtendienst Bayern (HND) einen Pegelstand von 469 Zentimetern als historisches Ereignis an. Der Messwert stammt vom 3. Januar 2003. Das war der höchste Pegelstand der vergangenen 36 Jahre. Derzeit liegt der Wasserstand der fränkischen Saale Wasserstand 158 Zentimeter über Pegelnullpunkt, der bei 195,41 Metern über Normalnull liegt.

Sturm

Die Orkane, die in fränkischen Wäldern gewütet haben, sind unvergessen: Vivian und Wiebke (1990), Lothar (1999), Kyrill (2007) und Emma (2008) tobten mit Windgeschwindigkeiten von 200 Stundenkilometern und mehr durchs Land und hinterließen enorme Schäden. Ein außergewöhnlicher Sturm wurde im Mai 2006 in Unterfranken registriert: Es war ein Tornado, der wohl der höchsten Kategorie zugerechnet werden muss. Der Wirbelsturm bildete sich im Hafenbecken von Schweinfurt und zog Richtung Nordosten; erst nach 50 Kilometern löste er sich auf. Zuvor hatte er Häuser und Scheunen zerstört, die Statue des Regiomontanus' auf dem Marktplatz in Königsberg schwer beschädigt und bei Buch (Gemeinde Theres) so viel Wald gefällt, wie sonst in einem ganzen Jahr eingeschlagen wird.

Blitz

Kinder haben vor dem Donner Angst, der bei einem schweren Gewitter die Wände zittern lässt. Wirklich zittern muss man aber vor dem Blitz, der dem Donner vorangeht: Die elektrische Entladung birgt enorme Gefahren für Leib und Leben. Bei den jüngsten Gewittern wurden Spaziergänger in Bayreuth von einem Blitz getroffen und schwer verletzt. Tödlich vom Blitz getroffen wurde am 13. Juni ein Mann bei einer Gartenfeier in Sachsen-Anhalt. Gefürchtet ist der Blitz auch als Brandstifter. Oft bleibt das von einem Blitzschlag im Dachstuhl ausgelöste Feuer im Getöse des Gewitters für längere Zeit unbemerkt.

Hagel

Von Hagelkörnern wird man zwar nicht erschlagen, das Schadenspotenzial der eisigen Geschosse, die vom Himmel fallen, ist aber dennoch enorm. Bauern und Winzer wissen, dass Hagel ganze Ernsten vernichten kann. Auch Dachziegel halten den Eisbomben oft nicht stand. Besonders groß ist der Schaden an Autos: Bei einem Hagelschlag in München 1984 summierte sich der Schaden auf etwa 1,5 Milliarden Euro. Noch teurer kam die Versicherer eine Serie von Hagelereignissen im Juli 2013 in Baden-Württemberg und Niedersachsen: rund 2,7 Milliarden Euro. 635 000 Autos wurden in diesem Jahr deutschlandweit durch Hagelschlag demoliert.