Echte "Waldschrat"-Fans werden es bemerkt haben: Beim Konzert auf der Naturbühne Trebgast war Roland Bergold alias "Schieffi" noch immer nicht auf dem Damm, aus diesem Grund war auch dieses Mal wieder Ulli Saalfrank mit dabei. Doch der Stimmung tat dies keinen Abbruch: im Gegenteil, denn Saalfrank ist ein Meister des feinen Wortwitzes. Er präsentierte sich als perfekte Ergänzung zu den Traditions-Schraten Jan "Jansen" Reinelt (Keyboard, Posaune), Christof "Grisdoff" Lemberg (Gitarre), Michael "Männla" Sommermann (Kontrabass) und Harry Tröger, dem Kopf der Band.

Und die Verschlüsse ploppten

Schon seit mehr als 40 Jahren ist die oberfränkische Band "Waldschrat" Kult. In urfränkischer Mundart dichten die Protagonisten Evergreens um. Natürlich ist eine Naturbühne kein Bierzelt. Doch die Waldschrat-Fans sahen über dieses kleine Manko locker hinweg und ließen während des gesamten Auftritts die Flaschenverschlüsse ploppen. Und natürlich ließen sich die Naturbühne-Verantwortlichen nicht lumpen.

Gerd Kammerer höchstpersönlich brachte den Musikern, die beim Song "Dod wos zur drinkn her" in eine Dauerschleife geraten waren, Bier in Bügelverschlussflaschen auf die Bühne. Natürlich durften die Evergreens wie "Neigschbeid", Erzählungen vom Bärenstübla und vom Würstlamoo nicht fehlen. Aus dem Superhit "Guantanamera" wurde "Ärbern mer mehra, gring mer no mehra" - ein Lied, das zu den aktuellen Preissteigerungen passte wie die Faust auf Auge. Ganz wichtig war die Vermittlung ur-fränkischer Lebensart.

"Fei schee langsam, ner ka Hektik. Des werd scho fertig", enthüllten die Musiker und machten nur bei einem Thema eine Ausnahme: "Bier her, obber schnell."

Gesungener Wortwitz waren das Lied "Luise - ich krieg die Krise" oder die Hommage an die Zahnärztin "Lady in White" - frei nach dem Hit der Kult-Band "Uriah Heep". Und beim Prostata-Lied "Hossa, das Schlagermedley" erreichte die Stimmung den Siedepunkt.

Vielfältig und witzig

Das Programm von "Waldschrat" war vielfältig und witzig und reichte von "Loretta" bis zu "Kalle, der Karpfen", der Hymne auf die Kerwakarpfen. Für die Gruppe war es bereits das 14. Gastspiel auf der Naturbühne Trebgast. Aufgrund der riesigen Nachfrage erklärten sich die Musiker bereit, am Montag ein Zusatzkonzert zu geben.