Im Vorfeld der Gemeinderatssitzung hatten sich die Gemeinderäte auf der Baustelle rund um Schule, Schusterbau und Lehrschwimmbecken zum Ortstermin getroffen. Bis zum heutigen Datum hat die Gemeinde rund 1,19 Millionen Euro in die Generalsanierung der Johann-Gemmer-Grundschule investiert, gut eine Million davon ist der Eigenanteil. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf 9,13 Millionen Euro. Derzeit laufen die Bauarbeiten auf dem Außengelände auf Hochtouren. Hier soll alles barrierefrei gestaltet werden.

Der Vorschulkindergarten im Schusterbau ist in Betrieb gegangen, die VHS-Räume werden Ende Oktober bezugsfertig, und das Lehrschwimmbecken soll Anfang nächsten Jahres in den Testbetrieb gehen.

Aufgrund der Einschränkungen während der Bauphase wurde ein Verkehrskonzept für den sicheren Schulweg über die Schulstraße und die Thüringer Straße aufgestellt. Über optische Markierungen sollen die Kinder sicher ins Gebäude geleitet werden. Zur Verschärfung der Situation tragen demnächst noch zusätzliche Bauarbeiten durch die notwendige Versetzung der SÜC-Trafostation und die Verlegung einer 20-kV-Leitung bei. Diese Arbeiten sollen soweit möglich in den Herbstferien stattfinden.

FH-Projekt mit Zukunft

Studenten der FH Coburg haben im Rahmen des interdisziplinären Studiengangs "Zukunftsdesign" ein Projekt zur Nahversorgung in der Gemeinde Ahorn durchgeführt. Dorothee Gerhardt, die gemeinsam mit Susanne Meye dieses Projekt begleitete, stellte die Ergebnisse im Gemeinderat vor.

Über eine Umfrage, online und im Gemeindeblatt, waren zahlreiche Vorstellungen, Wünsche und Ideen für eine mögliche Nahversorgung in Ahorn gesammelt worden. Über 200 Haushalte hatten sich beteiligt und - so Bürgermeister Martin Finzel - ein Projekt entstehen lassen, das eine hervorragende Basis für eine "maßgeschneiderte innovative Lösung" sei.

Innovativ ist auf jeden Fall das Konzept, das sich "tegut-Lädchen" nennt, tegut als Partner hat und einen sozialen Betreiber, beispielsweise die Diakonie in Ahorn. Das Lädchen - übrigens ein offener 24-Stunden-Markt - soll neben dem Kerngeschäft der Nahversorgung Dienstleistung und Treffpunkt vereinen und auf regionalen Produkten basieren. Mit dem Lädchenkonzept, so stellen es sich die Studenten vor, könnte auch der ehemalige Supermarkt, der seit geraumer Zeit leer stehe, als Standort reaktiviert werden. Die Fläche, erklärte Dorothee Gerhardt, könnte zweigeteilt werden: in ein Lädchen mit dem tegut-Sortiment und einen 24h-Selbstbedienungsladen. Zur Realisierung sollen verschiedene Finanzierungsmethoden untersucht werden, unter anderem eine Crowdfunding-Kampagne mit Einbeziehung der Bürger, aber auch EU-Fördermittel sowie Spenden sind im Gespräch. Am vorgestellten Projekt soll auf jeden Fall weiter gearbeitet werden.

Feuerwehr bekommt Fahrzeug

Die Feuerwehr Ahorn bekommt ein neues Fahrzeug, ein HLF - ein sogenanntes Hilfeleistungslöschfahrzeug. Das ist die gute Nachricht. Allerdings gibt es derzeit Diskussionen um die Kosten. Während die Gemeinde per Verpflichtungsermächtigung 420 000 Euro in den Haushalt 2021 einstellen wird, geht der Arbeitskreis der Feuerwehr von einer Kostenschätzung in Höhe von 553 000 Euro aus.

Erst am Nachmittag dieses Dienstags waren die Ahorner Feuerwehrkameraden wieder zu einem Einsatz ausgerückt. Mit dem alten LF 16, Baujahr 1986, das rund 650 Einsätze auf dem Buckel hat. Vizekommandant Thomas Vetter, der mit seinen Kameraden nebst Kommandant Timo Schulz zur Gemeinderatssitzung gekommen war, erklärte dem Gremium das, was die Feuerwehr sich nicht nur wünscht, sondern auch braucht: ein solides, qualitativ modern ausgerüstetes Fahrzeug.

Bereits 2016 hatte man einen ersten Antrag für ein neues Fahrzeug an die Gemeinde gestellt und ein Jahr später einen Arbeitskreis gebildet, der sich auf Messen und bei Herstellern intensiv über die benötigte Ausstattung informierte. "Wir brauchen ein Werkzeug für die nächsten Jahre", richtete Schulz eindringliche Worte an die Gemeinderäte, "nicht 'nice to have', sondern in hoher Qualität".

"Kein Firlefanz"

Auch Marco Präcklein sieht es so: "Wir wollen keinen Firlefanz, uns geht es bei dem neuen Auto um Zuverlässigkeit und Bedarf." Ein Ingenieurbüro hatte im September einen ersten Entwurf für die Ausschreibung auf den Tisch gelegt, ein weiterer Termin für Detailplanungen soll demnächst stattfinden.

Einzig die Kosten bereiten Bürgermeister Martin Finzel Bauschmerzen. Natürlich, erklärt er auch im Namen des Gemeinderats, wolle man ein Fahrzeug für die Feuerwehr, bei dem die Qualität stimmt und mit dem alle zufrieden sind. Aber, so Finzel, man müsse in Anbetracht eines ohnehin eng gestrickten Haushalts auch Wege und Lösungen finden, die machbar und haushaltstechnisch tragbar seien und vor der Rechtsaufsicht bestehen könnten. Finzel hofft, dass Feuerwehr und Gemeinde einen gemeinsamen Kosten-Nenner finden und will dafür mit den Kameraden und dem Ingenieurbüro an einen Tisch kommen.

Ein paar Einsätze werden wohl noch auf das Konto der alten "Eisensau", wie Thomas Vetter das LF 16 nennt, kommen. Denn von der Ausschreibung über die Bestellung bis zur Lieferung rechnet man mit einer Zeitdauer von zwei Jahren.