Weihnachtsengel und Eistänzer

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Die Türchen öffnen sich bald, und zwar digital. Der Probelauf machte sichtbar, wie der Adventskalender aussehen soll.
Die Türchen öffnen sich bald, und zwar digital. Der Probelauf machte sichtbar, wie der Adventskalender aussehen soll.
Barbara Herbst
Santa Claus fährt im Rentierschlitten durch die künstliche Welt.
Santa Claus fährt im Rentierschlitten durch die künstliche Welt.
 

Bescherung  Den „schönsten Adventskalender der Welt“ gibt es heuer in digitaler Form an der Fassade der Kaiserpfalz.

Mike Wuttke

Der „schönste Adventskalender der Welt“ am historischen Forchheimer Rathaus, der vor 25 Jahren seine Premiere hatte, ist im digitalen Zeitalter angekommen. Wegen der umfangreichen Bauarbeiten am Rathaus wird es den Adventskalender , den eigentlich niemand in Forchheim missen möchte, in einer anderen, digitalisierten Form an der Fassade der Kaiserpfalz geben.

Mittels Beamer und animierter Bildtechnik werden über einen Laptop Bilder auf die Kaiserpfalz projiziert, die die gesamte Ostfassade beleuchten. In die Bilder mit weihnachtlichen Motiven und Kalenderfenstern werden Videos eingespielt, die vorher aufgezeichnet wurden und die drei Forchheimer Weihnachtsengel Hannah Stöhr, Grace Matandika und Leonie Müller bei ihrem täglichen Prolog zeigen. Das Ganze wird mit Musik beschallt.

Dennoch wird das Live-Erlebnis nicht fehlen. Wie der Leiter Projektmanagement und Tourist-Information, Nico Cieslar, beim Probelauf am Donnerstagabend informierte, wird der Bauhof der Stadt im Pfalzgraben ein Podium errichten, das vor der Bilderwand die Höhe der Sattlertorstraße erreicht. Hier werden die vorweihnachtlichen Weisen der Musikgruppen erklingen, der Engel die Ziehung des Gewinnloses vornehmen und der Nachtwächter den Markt beschließen. Beginn der Zeremonie ist ab dem 1. Dezember um 18.30 Uhr. Alles wie gewohnt, nur an anderer Stelle.

Die Kinder werden sich an der bunten Bilderwelt an der Fassade der Kaiserpfalz sicher begeistern. Die Szenerie wechselt, Sterne funkeln, Schneeflocken fallen, bekannte Figuren tauchen auf, Eistänzer drehen Pirouetten und Santa Claus fährt mit seinem Rentierschlitten durch diese künstliche Welt. Manches erinnert an die animierten Filmabenteuer von Ice Age und die Eisprinzessin.

Ausweichplatz

Die Kaiserpfalz war schon im Vorjahr als Ausweichplatz für den Rathauskalender überlegt worden, aber dann kam Corona dazwischen. Der Plan, die Fassade mit einer Leinwand für die Projektion zu verhängen, wurde aufgegeben, sagte der Stadtrat Thomas Werner beim Probelauf. Dazu hätte man 30 Löcher in die historische Fassade bohren müssen.

Mit der am Donnerstag von Nina und Daniel Niewald vom „Leuchtwerk Tübingen“ präsentierten Lösung zeigten sich die anwesenden Stadträte und Nico Cieslar positiv angetan. In das Forchheimer Projekt steckten die Macher viel Bildmaterial, Eigenarbeit und einen großen Programmierungsaufwand. „Viel Gefummel“ meinte Daniel Niewald. Die Präsentation erfolgt voll automatisch, beim Start muss nur ein USB-Stick für den jeweiligen Tag in den Laptop gesteckt werden. Für die Technik mit dem 15 000 Lumen starken Beamer wird zwischen den Verkaufsbuden ein gesicherter Standort platziert.

Erste Präsentation

Wie Nico Cieslar sagte, erfolgt die erste Präsentation zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes am Freitag, 26. November. Sie wird nach Einbruch der Dunkelheit den ganzen Abend bis zum 24. Dezember zu sehen sein. So gesehen wird die „Weihnachtsmeile“ um eine Attraktion reicher. Es sei denn, die Verschärfung der Corona-Lage fährt alles auf null.