Pauline Lindner

Die Marktgemeinde investiert seit Jahren in die Trinkwasserversorgung, besonders viel in diesem Jahr, um die hohe Förderung von 80 Prozent auszunutzen. So wurden die Wasseranschlüsse im neuen Baugebiet Wirtsäcker II in Niederfellendorf hergestellt und das Ortsnetz Streitberg ertüchtigt. Das größte Projekt war die neue Verbindung vom Tiefbrunnen im Wiesenttal zum Hochbehälter und zu den nördlich auf der Albhochfläche gelegenen Orten. Technisch aufwendig und damit kostspielig war der Leitungsstrang unter dem Fluss und unter der Bahnlinie hindurch, der dann das Lange Tal hinauf auf die Höhe führt. Er ist ein Teilstück des Anbindungsnetzes für Oberfellendorf und Störnhof an den Hochbehälter Hohes Kreuz, damit der alte Hochbehälter bei Oberfellendorf außer Betrieb gehen kann. Diese zusätzliche Leitungsverbindung führt auch zu einem niedrigeren Wasserdruck in einigen Straßenzügen von Muggendorf, wo es wegen des hohen Drucks immer wieder zu Wasserrohrbrüchen kam.

Um die Förderung zu erhalten, müssen die Maßnahmen abgerechnet und die Rechnungen noch in diesem Jahr bezahlt werden. Damit ist mehr als Ebbe im Gemeindesäckel. Zwar kann der Markt Verbesserungsbescheide herausgeben; die Höhe für die einzelnen Grundstücke kann aber erst mit der Abrechnung festgelegt werden. Kalkuliert hat die Gemeinde auch mit dem Verkauf von Grundstücken in den Wirtsäckern. Es wurden aber bislang weniger Bauparzellen veräußert als geplant. Durch Personalausfall sei man auch bei den Beitragsbescheiden für die neuen Anschlüsse im Verzug, erläuterte Bürgermeister Marco Trautner ( CSU / FW) dem Rat. Deshalb sprach er mit der Kommunalaufsicht , um den genehmigten Kassenkredit von vier Millionen Euro in der Haushaltssatzung zu erhöhen. Die Aufsichtsbehörde stimmte den nunmehr 5,7 Millionen Euro zu; die Kommune muss aber die Refinanzierung monatlich nachweisen.

Über die dadurch erforderliche Änderung der Haushaltssatzung 2020 hatte der Gemeinderat abzustimmen. Über die Kredithöhe war nicht nur Ratsmitglied Martin Polster (BFMW) im ersten Moment erschrocken, beträgt doch das ganze Etatvolumen 2020 nur zwölf Millionen Euro. Davon waren aber bereits sieben Millionen für Investitionen , eben vor allem für das Trinkwasser , vorgesehen.

„Es gefällt auch mir nicht“, stimmte ihm Trautner zu. Aber, so der Bürgermeister weiter, ohne die zusätzliche Zwischenfinanzierung bestehe die Gefahr, dass die Förderung entfalle. Dies hätte eine hohe dauernde Mehrbelastung für die Gemeinde zur Folge. Da die Förderung 80 Prozent beträgt, würden deshalb nur 20 Prozent der Kosten auf die Grundeigentümer umgelegt.