„Es ist ein schönes Projekt, das in schlimmer Situation auch weiterhilft.“ So kommentierte Landrat Hermann Ulm ( CSU ) den Startschuss im Dorfladen von Obertrubach für die vom Landkreis Forchheim organisierten Willkommenspakete für die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, die über das Ankerzentrum in Bamberg in den Landkreis kommen. Die Idee dazu hatte seine Pressesprecherin Kathrin Schürr, die das Ganze auch organisiert.

Entstanden ist die Idee nach einem Anruf des Vorstandsvorsitzenden Joachim Hauser von der VR-Bank Bamberg-Forchheim beim Landrat mit der Ankündigung, dass sein Geldinstitut 10 000 Euro für Kriegsflüchtlinge im Landkreis als Ersthilfe zur Verfügung stellt. Weil die VR-Bank auch der größte Genossenschafter der drei Dorfläden in Obertrubach , Muggendorf und Unterleinleiter ist, bot es sich an, auch die Dorfläden mit dem Projekt der Willkommenspakete zu unterstützen.

Dass der Startschuss nun in Obertrubach stattfand, freute Dorfladen-Geschäftsführer Thomas Laitsch ganz besonders. „Unsere ehrenamtlichen Helfer waren gleich Feuer und Flamme für dieses Projekt“, sagt Laitsch. 500 solcher Pakete werden nun zunächst vorbereitet. Partner ist auch die landkreiseigene Mülldeponie in Gosberg, die das Fahrzeug zur Verfügung stellt, in dem die fertig gepackten Pakete von Obertrubach zunächst ins Landratsamt Forchheim transportiert werden, von wo aus sie dann in die sieben verschiedenen Flüchtlingsunterkünfte in Forchheim und den weiteren Landkreis verteilt werden.

Aktuell sind im Landkreis 180 Ukrainer dezentral und 450 in privaten Unterkünften registriert. „Auf insgesamt 1000 Kriegsflüchtlinge müssen wir uns vorbereiten, die im Landkreis untergebracht werden müssen“, informiert Landrat Ulm. In der Regel kommen im Landkreis pro Woche 50 neue Flüchtlinge an. Dazu angemietet wurde auch schon das ehemalige Bildungshaus in Obertrubach . Auch in dem ehemaligen BRK-Altenheim in Behringersmühle sollen Kriegsflüchtlinge vorerst unterkommen.

Die Idee hinter den Willlkommenspaketen ist, dass die Geflüchteten erst einmal in Ruhe ankommen können und in den ersten beiden Tagen mit den nötigsten Lebensmitteln wie Brot, Käse, Nudeln, Wurst oder Milch versorgt sind. „Damit sie sich das erste Frühstück und Mittagessen machen können“, erklärt Schürr. 20 Euro wert ist ein Päckchen für Erwachsene, das für Kinder zehn Euro . Zusätzlich gibt es pro Person noch das offizielle Willkommensgeld in Höhe von 100 Euro . Im Päckchen für die Kinder sind unter anderem Süßigkeiten, Äpfel oder Cornflakes drin.

Und: Wenn die Spende der VR-Bank aufgebraucht ist, soll die Aktion mit den Willkommenspaketen nicht enden. Firmen, Vereine oder Privatleute sind aufgerufen, weiter dafür zu spenden, damit diese Päckchen in den drei Dorfläden weiter gepackt werden können.

In Obertrubach gibt es bereits einen Helferkreis, der sich um die geflüchteten Ukrainer, hauptsächlich Frauen mit Kindern, kümmert. Auch dies läuft über Thomas Laitsch, der auch Gemeinderat ist, und Elke Stein, die die Antragsstellung für die Sozialhilfe und die Schulen macht und den Kontakt zu Gemeindeverwaltung, Ärzten, Schulen und zum Landratsamt herstellt. Lissi Grüner, ehemalige Angestellte des Bildungshauses, kümmert sich um die Versorgung der Flüchtlinge mit den Dingen des täglichen Bedarfs.

„Insgesamt haben wir jetzt Platz für gut 200 Schutzsuchende aus der Ukraine in Obertrubach . 150 im einstigen Bildungshaus und gut 50 im ehemaligen Hotel Grüner“, sagt Laitsch.