Reges Interesse am ersten Igensdorfer Bodentag

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47 Landwirte nahmen am Igensdorfer Bodentag, veranstaltet unter anderem in der Werkstatt der Biogasanlage Merkl, teil.
47 Landwirte nahmen am Igensdorfer Bodentag, veranstaltet unter anderem in der Werkstatt der Biogasanlage Merkl, teil.
Michael Fillies

Ackerbau in Deutschland nachhaltig und zugleich rentabel? Ansätze, wie dieses Ziel zu erreichen ist, versprach der erste Igensdorfer Bodentag. 47 Landwirte aus einem Umkreis von etwa 100 Kilometern nahmen an dem Ganztagsseminar in der Werkstatt der Biogasanlage Merkl in Igensdorf teil.

Eingeladen hatten der Grünlandexperte Hans Koch , Josef Stangl (wissenschaftlicher Mitarbeiter der Technischen Universität München ) sowie die örtlichen Landwirte Maximilian Merkl und Jörg Dorn. In der Schlussrunde der Tagung gab es allgemeines Lob für die Fülle an Informationen und Anregungen. Eine Fortsetzungsveranstaltung auf der Fränkischen Alb scheint wahrscheinlich.

Bei Hans Koch , der selbst aus der Landwirtschaft stammt und Mais anbaut, dreht sich zeitlebens alles um den gesunden Boden: Nur ein gesunder Boden ist leistungsfähig und der lässt sich am einfachsten auf natürliche Weise erreichen. Diese Erkenntnis sieht der 61-Jährige in wissenschaftlichen Versuchen und in der Praxis bestätigt. Auch im Hinblick auf die Ökologie und das Klima sei eine extensive Landwirtschaft nicht die Lösung, im Gegenteil: Die Umwelt profitiere von einem hohen Humusgehalt (Wassermanagement, Biodiversität ), und der sorge nebenbei für Höchsterträge, qualitativ wie quantitativ. Dabei misst Koch Untersaaten und Zwischenfrüchten eine höhere Bedeutung bei als dem Einsatz von Maschinen und Chemie.

Von der Methodik überzeugt ist unter anderem der Igensdorfer Maximilian Merkl. Seinen Ackerbaubetrieb führt er zur Hälfte biologisch. Was er und sein Kollege Jörg Dorn über die Jahre von Hans Koch gelernt haben, „möchte ich jetzt weitergeben“. So ging es beim Bodentag um das gesamte große Einmaleins der Landwirtschaft: Schutz und Verbesserung der Bodengüte, Humusaufbau, Bodenbearbeitung sowie Düngung und Pflanzenschutz auf möglichst natürliche Weise und das unter Berücksichtigung der Anforderungen des Klimawandels und immer strengerer politischer Vorgaben. Unabdingbar dabei: regelmäßig Bodenproben untersuchen zu lassen.

Auf besonderes Interesse der Landwirte stieß ein kurzer Vortrag von Thorsten Sturm (Esbach bei Bad Windsheim) über seine zweijährige Erfahrung mit dem bodenschonenden Direktsaat-System des britischen Landmaschinenherstellers Claydon. Die sei so gut, dass der 39-Jährige betonen musste, nicht im Lohn der Firma zu stehen. Die Drillmaschine habe zwar ihre Tücken, verdichte aber den Boden nicht und könne auch bei Nässe gefahren werden.

Agraringenieur Hans Koch bietet ein „Grünland-Profi-Training“ mit Onlineseminaren und Videoberatung an. Aufgrund der Reaktionen in Igensdorf überlegt er, zusammen mit Josef Stangl parallel ein Boden-Profi-Training als Ergänzung speziell für Ackerbauer ins Leben zu rufen. Michael Fillies