Die Stadtwerke Forchheim , die Gemeinde Pinzberg und der Zweckverband zur Trinkwasserversorgung Ehrenbürg-Gruppe haben eine 40-jährige Kooperation geschlossen. In der über 100-jährigen Geschichte der städtischen Forchheimer Trinkwasserversorgung wird sich nun zum ersten Mal mit weiteren Partnern zusammengeschlossen und mit der gemeinsamen Verbundleitung die Forchheimer Trinkwasserversorgung erweitert.

Die sichere Versorgung mit Trinkwasser ist eine der Hauptaufgaben der Kommunen und Gemeinden. Obwohl sich das Wetter bisher dieses Jahr eher von seiner rauen Seite zeigt und viel Wasser von oben kommt, täuscht es laut Mitteilung der Stadtwerke Forchheim nicht darüber hinweg, dass in Teilen Frankens der Grundwasserspiegel zurückgeht. Aus diesem Grund sei der Zusammenschluss von Wasserversorgern mittels einer Verbundleitung eine ideale Möglichkeit, um eine beidseitige Versorgungssicherheit in diesem Einzugsbereich sicherzustellen.

Hierzu fand im Wasserschutzgebiet Zweng der erste symbolische Spatenstich dieser gewinnbringenden Zusammenarbeit statt. Zum Spatenstich waren Umweltminister Thorsten Glauber (FW), Landrat Hermann Ulm ( CSU ), Oberbürgermeister Uwe Kirschstein ( SPD ), technischer Geschäftsführer Christian Sponsel und kaufmännischer Geschäftsführer Mathias Reznik der Stadtwerke Forchheim , die Pinzberger Bürgermeisterin Elisabeth Simmerlein (FW) sowie der Wiesenthauer Bürgermeister Bernd Drummer (BGW) anwesend.

Entnahmegenehmigung bis 2034

Die Stadtwerke Forchheim stellen die Trinkwasserversorgung der Stadt Forchheim sicher und haben durch ihre Investitionen in die Wasserinfrastruktur eine Entnahmegenehmigung bis in das Jahr 2034 im Wasserschutzgebiet Zweng erreicht. „Dass die Stadt Forchheim 1889 die private Wasserversorgung erworben hat und seit diesem Zeitpunkt fest in der Hand behält und kontinuierlich an die wachsenden Herausforderungen angepasst hat, wie zum Beispiel die Ausweitung des Wasserschutzgebiets auf 500 Hektar, stellt eine wichtige und wegweisende Entscheidung dar, Forchheim langfristig, auch bei steigender Bevölkerungsanzahl, mit ausreichend einwandfreien Trinkwasser zu versorgen. Darüber hinaus können wir auch durch den neu geschlossenen Verbund unsere angrenzenden Gemeinden unterstützen“, fasst Oberbürgermeister Uwe Kirschstein zusammen.

Christian Sponsel verweist auf die sehr gute Verfügbarkeit des Trinkwassers für Forchheim : „Im Wasserschutzgebiet dürfen wir jährlich bis zu 2,4 Millionen Kubikmeter Trinkwasser fördern. Der tatsächliche Verbrauch liegt derzeit bei durchschnittlich circa 1,8 Millionen Kubikmetern Wasser . Eine komfortable Situation, die jedoch gerade kleinere Gemeinden mit anderen Strukturen nicht haben. Mit dem Bau der Verbundleitung stellen wir für beide Partner jährlich circa 60 000 Kubikmeter Wasser zur Verfügung und können so die Belastung der Brunnen in Pinzberg und Dobenreuth signifikant verringern. Gleichzeitig können wir auf Unterstützung zurückgreifen, sollten wir Bedarf zum Beispiel bei einer geplanten Wartung oder einem technischen Notfall haben.“

An Maximalkapazität gelangt

In den letzten Jahren habe sich gezeigt, dass die Versorgung der Gemeinde Pinzberg und der Zweckverband zur Trinkwasserversorgung Ehrenbürg-Gruppe mit den versorgten Gebieten Schlaifhausen, Wiesenthau, Gosberg, Dobenreuth und Elsenberg an verbrauchsstarken Tagen an ihre Maximalkapazität gelangt.

Umweltminister Thorsten Glauber begrüßt den Zusammenschluss von interkommunalen Trinkwasserverbünden, da die Grundwasser-Neubildung in Teilen Frankens nachweislich zurückgehe: „Aus diesem Grund müssen wir daran arbeiten, dass wir die Systeme stabil machen. Und wenn so eine Partnerschaft wie zwischen der Stadt Forchheim , den Stadtwerken Forchheim und der Ehrenbürg-Gruppe sowie der Gemeinde Pinzberg eingegangen wird, dann schaffen wir eine Daseinsvorsorge für kommende Generationen.“

Freistaat übernimmt die Hälfte der Kosten

Es sei auch eine Aufgabe des Freistaats, diese Verbünde mittels Förderungen zu unterstützen, um die Kommunen in ihrer Aufgabe der Daseinsvorsorge zu entlasten. Umso erfreulicher sei es, dass durch die Förderrichtlinie „RZWas 2018“ die Hälfte der Kosten von insgesamt circa netto 1,68 Millionen Euro vom Freistaat übernommen werde. 25 Prozent werden von den Stadtwerken Forchheim sowie weitere 25 Prozent von der Gemeinde Pinzberg und dem Wasserzweckverband übernommen.

Die Baumaßnahme wird voraussichtlich bis Ende September dauern. Es werden circa 3,2 Kilometer Leitung – ausgehend vom neuen Wasserwerk Forchheim – verlegt. Die Trasse verläuft durch das Wasserschutzgebiet entlang der Bahntrasse zum Wasserhaus Pinzberg sowie Wasserhaus Gosberg. red