In der Sparkasse Forchheim ließen der Kabarettist Norbert Neugirg und das Trio Hullerngroove die Pointen nur so sprießen. Dabei labte das Publikum sich an einlaminierten Presssackresten, einem bluesigen Butterbrot und einem Biertornado, bei dem buchstäblich kein Auge trocken blieb.

Der Kommandant der „Altneihauser Feierwehrkapell´n“ hat seine Feuerwehruniform in Windischeschenbach gelassen und tritt in anzugzivil ans Pult. Er erzählt in gereimten Gedichten von seinem ersten Auftritt, einem echten Knochenjob im Klassenzimmer. Wenn man ihm glauben darf, war das der einzige Moment, in dem die Mädchen einen wenn auch unerotischen Blick auf ihn riskierten.

Neben Neugirg stehen diesmal keine schlauchdicken Blasmusiker.

Es ist das Trio Hullerngroove, das seit ihrem ersten Konzert während des „AltstadtFETZT“ Forchheim vor sieben Jahren durch die Lande streift. So kommt eine gewisse Kirchweih-Atmosphäre auf, weil auch das eine oder andere Kerwa-Lied mit neuem Text unterlegt durch die Kundenhalle der Sparkasse Forchheim weht.

Das Trio mit Kontrabass, Gitarre und Akkordeon hat zu jeder Episode eine musikalische Anmerkung, sei es als Klezmer-Klang, im Latin-Style oder im Gewand einer Bach’schen Cello-Suite. All dies wird mit Balkan-Beats oder Pop-Melodien von ABBA durchtränkt, bis etwas herauskommt, das die Hohlwege erbeben lässt. Wie man in die Hullern hineinsingt, so groovt es heraus.

Neugirg schildert seine Lippen-Erkenntnisse als 14-jähriger Zögling einer Blaskapelle, die dazu geführt hätten, dass er nun abgedriftet sei in die Niederungen des skurrilen Humors unter Missbrauch der Musik. Damals entrang sich dem jugendlichen Trompeter sein erster Tusch, während er auf dem Fahrrad heimwärts fuhr. Jahrzehnte später ist daraus gerade einmal ein „Tusch, eineinhalb mal“ geworden.Vielleicht liegt es an traumatischen Erlebnissen wie der Biertragödie von Weiden, dass Neugirg nicht weiter gekommen ist. Immerhin gingen dort 30 Liter feinsten Hopfensaftes sinnlos verloren.

Nach zwei Stunden und ebenso vielen Zugaben haben Neugirg und die Hullerngroove ihre Gage redlich verdient. Man zieht weiter. In andere Gegenden, in denen noch nie zuvor gelacht wurde. red