Über dem Atlantik
Befindet sich das Hoch mit seinem Kern über dem Atlantik, haben wir es in der Regel mit dem bekannten Azorenhoch zu tun. Es fungiert als eine Art Laufband für atlantische Tiefs mit Regenfronten und gemäßigten Temperaturen bis zu uns.
Befindet sich das Hoch über Nord-Europa, gelangen wir in eine östliche Bodenströmung, mit der zwar auch warme bis heiße Kontinental-Luft zu uns fließt; rekordträchtige Spitzentemperaturen von bis zu 40 Grad und mehr bleiben aber unwahrscheinlich, da durch die niedrigen Taupunkte (wenig Luftfeuchtigkeit) die Nächte gut abkühlen können. Liegt das Hoch über Osteuropa, werden wir vom Mittelmeerraum mit teilweise schwüler Heißluft versorgt, so dass zumindest regional erfrischende Gewitter entstehen können. Sie haben aber dann durchaus Unwetterpotenzial.
Befindet sich das Hoch über dem Mittelmeer, kommt es darauf an, ob wir noch unter dem Sonnenscheindeckel liegen oder in wechselhaftere Bereiche mit Schauerfronten vom Atlantik geraten.
Wie man unschwer erkennen kann, sind langfristige Pauschalaussagen kritisch. Wo sich das künftige Hoch genau befinden wird, ist mit vielen Unsicherheitsfaktor behaftet.
Was ist ein Höhentief?
Als i-Tüpfelchen der Unwägbarkeiten gelten sogenannte Höhentiefs, die nur in vier bis fünf Kilometern Höhe erkennbar sind. Sie können aber durch labile Luftschichten, wie erst kürzlich bewiesen, zu unberechenbaren Gewittern mit Unwetterpotenzial führen. Es hat die zuvor auf stabiles, sonnig-heißes Badewetter ausgelegten Prognosen ad absurdum geführt.
Augenzwinkerndes Fazit: Prognosen sind problematisch – vor allem deshalb, weil sie in der Zukunft liegen. Wenn also die nächsten zehn Tage eher gemäßigter Sommer vorherrscht, sollte man sich genauso davor hüten, schon einen baldigen Frühherbst zu verkünden.