„Ich kann es selbst nicht glauben, dass ich 90 Jahre bin“, staunte Mathilde Serra, die in einer beneidenswerten Rüstigkeit ihren 90. Geburtstag feierte. Sichtlich überrascht waren auch Bürgermeisterin Annette Prechtel und Vizelandrätin Barbara Poneleit, eine Jubilarin anzutreffen, die in diesem Alter topfit ist und der man das Alter keineswegs ansieht.

Die Forchheimerin Mathilde Serra ist davon überzeugt, dass Zufriedenheit, Arbeit und vererbte Gene ein Garant für ein langes Leben sind. Ihren Ehrentag feierte sie zu Hause in der Kaiserin-Kunigunda-Straße, wo sie mit Ehemann Salvatore, mit dem sie beinahe 60 Jahre verheiratet ist, seit 44 Jahren wohnt. Dorthin kamen auch die vielen Gratulanten, unter ihnen Betreuerin Betty Leuker vom Sozialverband VdK-Forchheim-Nord sowie die Vertreter des Donauschwaben-Vereins und der Pfarrgemeinde Verklärung Christi .

Begonnen hatte für die Donauschwäbin Serra ihre Lebensreise im August 1932 im ehemaligen Jugoslawien. Während ihr Vater noch im Krieg war, musste sie mit ihrer Mutter und ihrer Schwester 1945 ihre Heimat verlassen, eine zweite fand sie mit ihrer Familie in Forchheim , wo ihre Großmutter bereits lebte.

Gearbeitet habe sie „immer viel“ und den Ernst des Lebens bald mit seinen Höhen und Tiefen kennengelernt. Doch dem war sie stets mit ihrem Optimismus und Humor begegnet. Als Reinigungskraft habe sie viele Jahre geputzt bei Siemens und in Arztpraxen.

Eine leidenschaftliche Camperin sei sie gewesen. „Unser Wohnwagen stand 44 Jahre auf dem Platz in Pautzfeld – eine Zeit, die die ganze Familie genossen hat und die ich nicht missen möchte“, erzählt Serra – auch nicht die Jahre, in denen sie in ihrer donauschwäbischen Tracht beim Annafestzug mitmarschiert ist.

Ihr ganzer Stolz ist ihre Familie mit den Töchtern Monika, Pia, Lucia und Maria sowie den vier Enkeln und zwei Urenkeln, für die sie bis zum heutigen Tage da ist. Auch wenn sie gerade ihren 90. Geburtstag gefeiert hat, heißt das für Mathilde Serra noch lange nicht, die Hände in den Schoß zu legen.

Seit ein paar Jahren ist sie Stammgast in einer Bäckerei in der Hauptstraße. „Ich bin unternehmungslustig, ich brauche die Unterhaltung“, sagt Mathilde Serra, die auch mit Interesse das Weltgeschehen verfolgt im Fernsehen und im Fränkischen Tag, den sie seit 48 Jahren liest. Ihr größter Wunsch ist aber „noch ein gesundes Leben“. Zu einer größeren Nachfeier ihres Wiegenfestes hat Mathilde Serra ihre Familie und ihre Gäste ins Vereinsheim der Fischer in Pautzfeld eingeladen.