Mit Heft vier der Waischenfelder Hefte liegt nun ein weiteres Werk des Waischenfelder Heimatkundlers Reinhard Löwisch vor. Es behandelt ausschließlich ein Thema: die Welt des Waischenfelder Lehrers Joseph Krems, der von 1949 bis 1980 als Volksschullehrer in Plankenfels, Wohnsgehaig und die letzten neun Jahre sogar als Konrektor der Schule in Waischenfeld tätig war.

Die Frage, warum sich das Heft mit nur dieser einen Person beschäftigt, ist leicht zu beantworten: Krems war und ist der Einzige, der in Waischenfelder Mundart geschrieben hat. Er hat zahllose Gedichte verfasst, hat kleine Theaterstücke geschrieben, hat „dem kleinen Mann auf’s Maul g’schaut“ und meist lustige Begebenheiten daraus konstruiert.

Krems war nicht nur ein beliebter Lehrer, er war auch Chronist und ein genauer Hingucker beim Lebensalltag seiner Mitmenschen. Im Laufe der Beschäftigung als Lehrer lernte Krems den dichterischen Umgang mit der deutschen Sprache kennen, was ihn zu einem gern gesehenen Heimatkundler bei größeren offiziellen Anlässen machte. Ob beim Festakt zur 650-Jahr-Feier der Stadt Waischenfeld oder beim Festkommers zur 100-Jahr-Feier der Feuerwehr Seelig oder zu runden Geburtstagen der Gesangs- und Kameradschaftsvereine, im privaten Umfeld und auch im beruflichen Umgang mit Kollegen, Nachbarn und Freunden.

Vor allem in seiner Zeit als Bürgermeister und Lehrer von Wohnsgehaig (1966 bis 1972) war Krems parteiübergreifend kommunalpolitisch tätig, vor allem, um die schulischen Möglichkeiten in seinem Wirkungskreis zu verbessern. Er schrieb unter anderem eine Chronik über die Schule von Wohnsgehaig, beschäftigte sich mit der Geschichte von Seelig, als der Ort 1982 das neue Feuerwehrhaus und eine neue Vereinsfahne einweihte. Er schrieb für den Busfahrer den Reisebericht für die damals berühmte Viertälerfahrt der Waischenfelder Gäste und vieles mehr.

Krems, im März 1916 geboren, hat den Zweiten Weltkrieg mitgemacht und drei schwere Verwundungen überlebt. Das ließ ihn zu einem gottesfürchtigen Pazifisten werden, der seinen Gefühlen in Bezug auf den Verlust von Kriegskameraden in seinen Gedichten und Prosastücken freien Lauf ließ.

Tod bei Konzert an Heiligabend

Krems war auch Musiker. Als Klarinettist und Wieder-Gründungsmitglied der Blaskapelle Waischenfeld , stellvertretender Dirigent und als Leiter der Gesangvereine in Wohnsgehaig und Nankendorf. Mit letzterem endete sogar sein Leben, als er bei Proben kurz vor der Christmette am 24. Dezember 1988 in der Nankendorfer Kirche, inmitten seines Chores , an einem Herzversagen starb.

In Erinnerung an diesen großartigen Mann, der seinen vier Kindern eine gediegene schulische Ausbildung ermöglichte, soll dieses Heft an ihn erinnern. Zusammen mit den Heften eins bis drei (Kriegsgeschichte, 900 Jahre Erstnennung, 19. Jahrhundert) ergibt sich ein rundes Bild aus dem Leben von Waischenfeld .

Die Hefte sind bei Spiel-Sponsel in Waischenfeld (am Plärrer 20) zum Preis von je zehn Euro erhältlich. red