Für die einen eine Schreckensvorstellung, für die anderen vielleicht ein Wunschdenken, damit sich der Schulalltag leichter ertragen lässt: im Vollrausch durch die Aula. Die siebte und achte Klasse der Mittelschule Kirchehrenbach probierte es aus.
Unter dem Motto „Drogen im Straßenverkehr“ durchliefen die Schülerinnen und Schüler einen Zickzack-Parcours aus Klebeband und Pylonen in der Aula und trugen dabei Alkoholbrillen, mit deren Hilfe verschiedene Grade der Trunkenheit simuliert werden konnten – angefangen von 0,8 Promille bis hin zu 1,5 Promille bei Dunkelheit.
Am Ende der Teststrecke mussten sie noch in eine enge „Garage“ einfahren und zuletzt eine heruntergefallene Münze aufheben und diese in die ausgestreckte Hand der Referentin fallen lassen – für die meisten eine schier unlösbare Aufgabe. Die Aktion wurde fachkundig und gleichzeitig motivierend von Dimitra Ntellas, Mitglied des Ortsverbands des Automobilclubs ADAC Nordbayern, moderiert.
Viele Jugendliche zeigten sich sehr überrascht, dass man mit einem schweren Rausch tatsächlich Dinge doppelt sieht und dass sie an sich selbst statt ihrer zwei Beine plötzlich drei oder vier Gliedmaßen entdeckten. Den Lehrkräften, Johanna Schatz und Josef Pfister, erging es nicht besser – ob Alkohol- oder LSD-Brille – eine Koordination der Bewegungsabläufe war nicht mehr möglich.
In einem kurz gehaltenen Theorieteil wurden die Auswirkungen von Alkohol aufs Nervensystem und aufs Gehirn besprochen und mit großer Ernsthaftigkeit diskutiert. Bei der abschließenden Auswertung im Klassenzimmer zeigten sich die Jugendlichen restlos begeistert und vergaben auf einer Skala von null bis zehn Punkten reihenweise elf oder zwölf Punkte für die gelungene Veranstaltung.
Johanna Schatz, Mittelschule Kirchehrenbach