In Neunkirchen gab es an Erntedank gleich zweifachen Grund, dankbar zu sein: für die Gaben und für das Jubiläum des Heimat- und Trachtenvereins .

Dessen Geschichte begann an Erntedank und sollte deshalb auch an Erntedank gefeiert werden. Seit der Gründung hat der Verein die Feste der Marktgemeinde und die dortigen Umzüge mit seinen Trachten ausgestattet. Auch dieses Mal war der feierliche Einzug der Vereinsmitglieder in die St.-Michaels-Kirche wieder ein Hingucker für Trachtenfreunde.

„Es ist ein schönes Bild“, meinte auch Pfarrer Joachim Cibura und meinte damit nicht nur die vielen Gabenkörbe, die am Seitenaltar der Kirche aufgereiht wurden, sondern vor allem die vielen Trachten. Denn zum Vereinsjubiläum waren auch der Patenverein aus Effeltrich und andere Vereine der Nachbarschaften gekommen. Neben Bürgermeister Martin Walz ( CSU ) und dessen Stellvertreter Martin Mehl ( CSU ) reihte sich auch Vizelandrätin Rosi Kraus bei den Gratulanten ein.

Heimatpflege als Ziel

Schon ihre besondere Kleidung verriet das Ziel des Vereins: die Heimatpflege. „Das bedeutet die Erhaltung und Pflege der Volkstracht, der Mundart, des Liedgutes, des Volkstanzes und des Brauchtums der heimischen Region. Dazu kommt noch der Gebäude- und Landschaftsschutz“, verrieten Christine Schmitt, Anita Heidig und Petra Kapp vom Vorstand.

Gegründet hatte sich der Verein auf Initiative der Familie Roth, die damals ins Gasthaus „Bürgerstubn“ eingeladen hatte. 77 Frauen, Männer und Kinder waren dieser Einladung gefolgt. Das Ergebnis: die Vereinsgründung. Die ersten Arbeitskreise wurden gebildet und sich um eine Tanzgruppe, eine Gesangsgruppe, die Trachtenerneuerung und Jugendgruppe gekümmert.

Oder anders: Es entstand ein aktives Vereinsleben, und der Heimat- und Trachtenverein war fortan fester Bestandteil der Feiern, Märkte und Prozessionen im Ort.

Fast jährlich fand ein Nähkurs statt. Die ersten zehn Jahre dienten dem Vereinsaufbau. Auch den Partnerschaftsaustausch der Gemeinde unterstützte der Heimat- und Trachtenverein durch Auftritte.

„Eine besondere und nicht alltägliche Aufgabe in unserem Verein ist die Erhaltung und Nutzung des alten Bahnhofes als Heimatarchiv“, so der Vorstand. Seit 1983 sammeln die Vereinsmitglieder alte Gegenstände aus dem bäuerlichen Bereich, um diese für die Nachwelt zu sammeln.

Viel Dankbarkeit an einem Tag

Mit dem Lied „Danke, für deine guten Gaben“ begann der feierliche Gottesdienst. Zu danken gab es viel an diesem Tag. Vor allem den langjährigen Mitgliedern, die sich besonders für die Vereinsziele engagiert hatten. Aber auch den Kindern, die im Verein sind und somit Brauchtum und Tradition aufrechterhalten, galt ein großes Dankeschön. map