Zum Bericht „Warum sich die Pendler jetzt gedulden müssen“ vom 3. August:

Es ist erfreulich, wenn sich Kommunen durch geeignete Maßnahmen entwickeln und an Attraktivität gewinnen. Wenn dann aber auch das Verkehrsaufkommen steigt, wird das schnell zur Belastung für die Bürger . Wie aber derzeit die Gemeinde Kunreuth seitens der Behörden „entwickelt“ wird, ist gelinde gesagt ein dicker Hund.

Es kreuzen sich in der Heimatgemeinde des Landrats die Staatsstraßen 2243 und 2236. Beide Straßen sind extrem sanierungsbedürftig und sehr schmal. Bereits seit 2010 muss die Gemeinde Kunreuth aufgrund einer überörtlichen Umleitung den gesamten Lkw-Verkehr von Neunkirchen am Brand aufnehmen. Damals sperrte der Bürgermeister der Marktgemeinde kurzerhand seine Ortsdurchfahrt für Lkw . Somit haben seit dieser Zeit die Anlieger an der St 2236 das Nachsehen, denn der Lkw-Verkehr rollt seitdem via Kunreuth und Weingarts zur B 2.

Hinzu kommt, dass diese Route gerne von ausländischen Lkw-Fahren als direkte und mautfreie Abkürzung von der A 3 (Höchstadt-Ost) zur A 9 (Schnaittach) benutzt wird. Zusätzlich dazu müssen die Bewohner von Weingarts und Kunreuth seit geraumer Zeit den Schottertransport zur neuen ICE-Strecke ertragen.

Seit Mitte Juni wird nun die Ortsdurchfahrt von Wiesenthau saniert. Die von offizieller Seite angeordnete Umleitung erfolgt über Kunreuth und Mittelehrenbach. In Dietzhof befindet sich ein überregional tätiges Logistikunternehmen und somit müssen nun die Lkw den Umweg über Kunreuth nehmen.

Seit Anfang Juli wird aber zeitgleich die Ortseinfahrt von Mittelehrenbach saniert, so dass die vorgenannte Umleitung aktuell nicht befahrbar ist. Somit müssen sich die Lkw nun den Umweg auf der St 2236 durch die engen Ortsdurchfahrten von Kunreuth und Weingarts nehmen. Ein Begegnungsverkehr zweier Lkw ist hier unmöglich und es kommt nun aufgrund parkender Autos und innerorts querender Fußgänger vermehrt zu sehr brenzligen Situationen.

Seit Anfang August nun ist aufgrund wasserbaulicher Maßnahmen die Ortsdurchfahrt von Gosberg gesperrt und der gesamte Verkehr wird – dreimal darf geraten werden – über Kunreuth umgeleitet. Da fragt man sich als Anwohner der beiden Staatsstraßen doch, ob da etwa ein Plan dahintersteckt und die Gemeinde Kunreuth vielleicht als Verkehrsknotenpunkt des südlichen Landkreises „entwickelt“ werden soll. Oder handelt es sich einfach nur um mangelhafte Abstimmung straßenbaulicher Maßnahmen der verschiedenen Ämter?

Den Nachteil dieser behördlichen Glanzleistung, nämlich eine weit über die Maßen erträgliche Lärm- und Abgasbelästigungen, haben die Anwohner der Gemeinde Kunreuth. Das hat mit Attraktivität eines Ortes nichts zu tun, sondern stellt eine Gefahr für Leib und Leben der Einwohner, insbesondere unserer Kinder dar.

Edwin Rank, Weingarts