Der Kunst- und Kulturverein Herzogenaurach lädt in den „Kunst-Raum“ ein zu seiner Sommerausstellung unter dem Motto „Fuß- Ball- Kunst “ vom 18. Juni bis 4. Juli. So begrüßt auch der Verein thematisch die Nationalelf anlässlich ihres Gastaufenthalts in Herzogenaurach zur EM-Teilnahme.

Eine Kerngruppe von 13 Kunstschaffenden trifft sich seit 2019 und wollte den Spielball „ Kunst – Fuß – Ball, Ball – Kunst – Fuß, Fuß – Ball – Kunst “ kreativ variieren und parallel zum Aufenthalt der deutschen Nationalmannschaft eine Ausstellung generieren. Die Ideen zur Kunst beim Thema rund um Fußballnationalmannschaft , EM, Hotelort Herzogenaurach und Austragungsorte in Europa waren laut Pressemitteilung sehr vielseitig und wurden vereinzelt diskursiv diskutiert.

Besonderes Torwandschießen

„ Fest stand, dass wir zeitgleich Kunst um das Thema mittels Aktionen wie Torwandschießen mit farbigem Material, Fußballkunst ohne Fußball und Installationen, die zum Nachdenken anregen sollen, veranstalten wollten“, erklären die Veranstalter. Die Frage, die sich immer wieder stelle, sei: „Was macht König Fußball mit uns und was macht er mit den Spielern, den Veranstaltungsorten, und welche Kunst fühlt sich angesprochen? Der Sitz von zwei entscheidenden Sportausstattern hier vor Ort beflügelte uns.“

Und vor allem habe sich Walter Scheinkönig engagiert, um einen originalen übergroßen Fußball der Firma Adidas als „Kunst-Ball“ in den „Kunst-Raum“ zu bekommen. Dies habe dank der Unterstützung von Adidas schon 2020 geklappt, und so fand ein ehemaliger originaler Champions-League-Ball, der 2019 in Madrid aufgebaut war, den Weg vor den „Kunst-Raum“ in der Langenzenner Straße 1.

Da die EM nun erst 2021 stattfindet, verschob sich auch die Ausstellung . „Vielgestaltige Vorplanungen verwandelten sich in komplexe Konstrukte, so dass der Kreativität von wenigen Hauptakteuren freien Lauf gelassen wurde“, kündigt der Veranstalter an. Reinhard Grimmer und W. Scheinkönig veränderten den Champions-League-Ball kurzerhand in eine neue „Virus-Variante EM 2021.11.06.11.07.“ – in der Hoffnung, dass sich alle von der Fußball-Kunst positiv infizierten Fans inspirieren lassen. Am Freitag ab 18 Uhr ist die musikalisch umrahmte Vernissage (mit Gabi und Reinhard Grimmer). Entsprechend den aktuellen Hygienevorschriften soll der Galerie-Besuch zu einem Kunstgenuss werden mit der Aufforderung, aussortierte Masken und alte Bälle mitzubringen, um an einer laufenden Innen-Installation beteiligt zu werden. Zur Finissage am 4. Juli ab 15 Uhr wird zum Maskenball eingeladen. Hier dürfen auch Bälle demaskiert werden.

In der Kunstausstellung sind neben Malerei, Installationen und Objekte der beteiligten Künstler zu sehen: Glitzerschuhe und Weihnachtskugeln leuchten; eine Hommage an das nächste WM-Land Katar lässt auch Kritik zu; der Ball im Tornetz neben einem Mondball, mit feinmaschigen Strukturen. Es gibt einen Schiedsrichter, der die rote Karte zeigt, in fremdem Kontext. Ein Spieler steht auf eigenen Füßen und andere wiederum zeigen neben Strukturen auch Träume.

Bälle aus dem 3-D-Drucker?

Mittels eines 3-D-Druckers und recycelbaren Kunststofffäden wurde Fußballkunst installiert. Gibt es eventuell irgendwann einmal nur noch Spiele im E-Sport und lassen sich auch Bälle drucken? Gibt es ferngesteuerte Schiedsrichter und selbstfliegende Bälle, nur mit dem Ziel implantiert? Nein, der Spaß am Spiel soll bleiben, trotz aller Kritik am Apparat Fußball .

Die Werke folgender Künstler sind ausgestellt: Stefania Teltschik, Ingrid Schmidt, Walter Scheinkönig, Shaho Penjwen, Ilonka Münsterer-Maar, Marianne Kriegel, Lana Karim, Irene Hetzler, Reinhard Grimmer, Brigitte Graf-Nekola, Manfred Braun , Dorothee Boegner und Bernhard Belzer. Die Ausstellung ist jeweils an den Wochenenden ab dem 19. Juni, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr, geöffnet. Es sind auch persönliche Führungen möglich. Kontakt für zusätzliche Öffnungszeiten nach Vereinbarung: Reinhard Grimmer, E-Mail rgdive@t-online.de, Telefon 09135/6620. red