„Fliegendes Klassenzimmer“ auf Reisen

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Gibt es vielleicht doch Außerirdische?
Gibt es vielleicht doch Außerirdische?
Marion Knauer

„Wie könnt ihr so etwas in der vierten Klasse machen? Wie schafft ihr das? Da ist doch der Übertritt!“ So oder ähnlich war manch eine der Reaktionen, die den Klassenlehrerinnen der Viertklässler , Irma Sanzaro, Ramona Wittmann und Marion Knauer begegneten, wenn Außenstehende von der Zirkusprojektwoche erfuhren. Doch diese Projektzeit ist an der Grundschule Ebermannstadt nun bereits seit mehreren Jahren etabliert und bewusst gesetzt.

„Wir nutzen unseren pädagogischen Freiraum nach den Notenzwischeninformationen, um unseren Schülern aufzuzeigen, dass wir uns Zeit für spannende Projekte oder andere Unternehmungen nehmen können, wenn wir davor und danach die Unterrichtszeit effizient nutzen und anstehende Aufgaben zielstrebig angehen“, erläutert Konrektorin Knauer.

Und das gelinge ihnen auch, weil sie im Lauf der dritten Klasse wirklich gelernt hätten, in der Lernplanzeit und an ihren Lernwegen planvoll zu arbeiten, ergänzen die Kolleginnen Wittmann und Sanzaro. Danach würden alle dank des aufgetankten Selbstbewusstseins umso kraftvoller an den Lehrplaninhalten weiterarbeiten.

Begeistert schnupperte deshalb jede Klasse bereits seit Oktober einmal pro Monat in die verschiedensten Zirkusdisziplinen hinein, und die Schüler lernten unter Anleitung der externen Partnerin, Zirkustrainerin Lena Knauer, zum Beispiel Teller und Diabolo anzudrehen, mit Tüchern und Bällen zu jonglieren oder Pois zu schwingen.

Schon vor der Projektwoche wurde in den Klassen geplant, wohin man mit dem „fliegenden Klassenzimmer“ – zumindest in der Fantasie – reisen möchte und wie man das circensisch darstellen könnte. Gemeinsam mit der Zirkustrainerin schafften es die Schüler dann sehr schnell, ihre Nummern zu kreieren. So nahm die 4a die Zuschauer der drei Vorstellungen mit auf ihre Reise nach Ägypten zur Besichtigung der selbst gebauten Pyramiden, nutzte eine lange „Schlange“ für Seilspringkunststücke und weckte aus Versehen sogar eine Mumie. Der brasilianische Regenwald war das Ziel der Klasse 4c. Sie spielte mit den entdeckten bunten „Blumen“ – jonglierten Bälle, Tücher und Diabolos.

Die 4b flog gar hoch zum Mond, wo die Pois wie Kometen an ihren Köpfen vorbeiflogen. Als Schüler in Pantomimensäcken die Bühne betraten, fragten sich die Gäste kurz, ob es vielleicht doch Außerirdische gibt, um danach beim Wettrennen der Langsamkeit herzhaft zu lachen, weil die Schwerelosigkeit so anschaulich und überaus humorvoll dargestellt wurde. Im gemeinsamen Finale der 70 Schüler kreisten alle nochmals um den Erdball, weil es doch so toll wäre, wenn man im Unterricht tatsächlich an die Originalschauplätze reisen könnte.

Marion Knauer, Grund- und Mittelschule Ebermannstadt