Auf einem vier Hektar großen Gelände nahe des Gemeindeteils Neudorf, das Gemeinderat Hermann Frieser (FWG) gehört, soll ein 2,5 Hektar großer „Solarpark Obertrubach “ entstehen.

Von der Nürnberger Solarfirma Greenovative GmbH waren Geschäftsführer Markus Buortesch und seine Mitarbeiterin Sabine Wurm zur Gemeinderatssitzung gekommen, um das Projekt vorzustellen.

Eine Grundsatzentscheidung

Wie Bürgermeister Markus Grüner ( CSU ) erklärte, gehe es zunächst um einen Grundsatzbeschluss, ob der Solarpark Obertrubach gebaut werden soll oder nicht. Buortesch stellte zunächst seine Firma, die sich inzwischen auf den Bau solcher Solarparks spezialisiert hat, vor.

Mit Frieser, der als Beteiligter nicht mit abstimmen durfte, werde ein Nutzungsvertrag geschlossen. Für die Gemeinde entstehen keine Kosten und sie behält die Planungshoheit, erläuterte Buortesch.

Die Grundstücke von Frieser liegen in einem benachteiligten Gebiet neben der B 2, jedoch nicht im Landschaftsschutzgebiet. Nötig ist eine Ausgleichsfläche von 2,29 Hektar, die man auf dem Areal selbst darstellen könne, erklärte Wurm.

Versorgung für 1000 Haushalte

Pro Jahr würde die Anlage rund 3,5 Millionen Kilowattstunden Ökostrom erzeugen. Damit könne man knapp 1000 Haushalte mit Strom versorgen. Außerdem entstünde auf der Fläche Lebensraum für Insekten und Kleintiere und die Biodiversität vor Ort würde gefördert. Die Einzäunung des Solarparks würde begrünt.

„Schwarmfinanzierung“

Auch jeder Bürger könnte sich mit einem Betrag von 1000 bis zu 25 000 Euro an dem Projekt beteiligen und dann eine jährliche Ausschüttung erhalten. Die Mindestlaufzeit der Bürgerdarlehen liegt bei fünf Jahren. Laut Buortesch habe sich gezeigt, dass man mit dieser sogenannten „Schwarmfinanzierung“ auch die größte Akzeptanz in der Bürgerschaft erhält. Die Baukosten für den Solarpark bezifferte der Experte auf zwei Millionen Euro.

Finanziell würde die Gemeinde auch profitieren, wenn sie sich bei der Finanzierung nicht beteiligt. Denn 70 Prozent der Gewerbesteuer blieben in Obertrubach . Zusätzlich bekommen Gemeinden auch Geld von der Regierung. Dies würden bei dem Obertrubacher Projekt zirka 7000 Euro pro Jahr für das Gemeindesäckel sein.

„Ich finde es nicht schön, finde aber erneuerbare Energien gut“, sagte Thomas Laitsch (DHG). „Wir entziehen damit eine Fläche für die Nahrungsmittelproduktion“, mahnte Dritter Bürgermeister Stefan Lang ( CSU ). Dem hielt der Planer entgegen, dass es mit dem Bau solcher Anlagen keinen echten Flächenverbrauch gibt.

Obertrubach wäre autark

Zweiter Bürgermeister Bernd Reichel (BU) hat nachgerechnet und kam zu dem Schluss, dass die ganze Gemeinde Obertrubach einschließlich der Solardächer dann autark mit Strom versorgt sei.

Der Grundsatzbeschluss fiel dann nach weiteren Fragen einstimmig aus. Bei der nächsten Sitzung in vier Wochen soll dann der Aufstellungsbeschluss für den Solarpark Obertrubach gefasst werden. Dann kann die Firma mit der Planung loslegen. Bis der Solarpark in Betrieb geht, vergeht rund ein Jahr.