Forchheim  — Der Rathaussaal hätte es sein sollen und bereits vergangenes Jahr. Doch die Pandemie erlaubte erst jetzt eine Feierstunde im Saal des BRK-Hauses. Die Pandemie hatte auch auf den aktiven Dienst ihre Auswirkungen, erinnerte Stadtbrandinspektor Jürgen Mittermeier. Kaum Übungsmöglichkeiten und damit gefährlichere Einsätze. „Einsätze mit Maske sind Standard geworden.“ Nur das Üben in Kleingruppen sei möglich. Die wieder stark steigende Inzidenz macht ihm Sorgen, eben weil der notwendige Übungsbetrieb stark eingeschränkt werden muss.

„Wir sind stolz auf das, was wir tun und getan haben“, ist er trotzdem überzeugt, waren es doch gerade in den letzten Monaten viele Einsätze im Zusammenhang mit Hochwasser . Man war stärker ins Gesundheitswesen eingebunden. Die Synergie mit anderen Hilfsorganisationen sei gewachsen, betonte auch Kreisbrandrat Oliver Flake.

„Die Feuerwehr ist ein Stück Heimat, ein Stück Kameradschaft und ein Stück Lebensfreude; doch nun geht die Angst um, das zu verlieren“, befürchtet Flake. Johannes Schuster aus Reuth wandte sich an Thomas Schuster, seinen Cousin, und erinnerte daran, wie er ihn einst rekrutiert hat. Der (frühere) Kommandant der Reuther Wehr lud ihn und seine Freunde, damals zwischen 14 und 16 Jahre alt, ins Feuerwehrhaus ein und drückte ihnen gleich eine Uniform in die Hand. Als ihn seine Mutter fragte, was das bedeute, sagte Johannes, er sei jetzt bei der Feuerwehr .

Mancher Einsatz „geht an die Nieren“

Zumindest er hat das nie bereut und ist jetzt 25 Jahre aktiv dabei. Mit seinen Kameraden hat er viele Einsätze gemeistert. Der schlimmste, so hat es Thomas Schuster, der 17 Jahre Kommandant war, im Gedächtnis, war für ihn, als es galt, einen verschütteten Mann aus einer Baugrube auf der Reuther Hut zu retten. „Es geht an die Nieren“, sagt er auch über schwere Verkehrsunfälle , wie den des 16-Jährigen, der tödlich verunglückte. Dafür gab es auch mal Kurioses, wie das Einfangen einer ausgebüxten Kuhherde.

Landrat Hermann Ulm überreichte den zu Ehrenden die Urkunden und die Feuerwehrehrenzeichen im Namen von Innenminister Joachim Herrmann . Für Oberbürgermeister Uwe Kirschstein sei es immer eindrucksvoll bei den Jahresversammlungen der Wehren. Dort erfahre man, was hinter den Feuerwehren stecke. Selbst hinter Tätigkeiten am Rand stecke wertvoller Dienst an der Gesellschaft. Einen Fall hat Kirschstein selbst erlebt: Offenbar durch eine Verpuffung stand ein Schuppen in seiner Nachbarschaft plötzlich in Flammen . Er verständigte die Feuerwehr und freute sich, wie schnell die Mannschaften aus Buckenhofen und Burk angerückt waren und den Brand unter Kontrolle brachten. Sein Wunsch an alle Anwesenden: „Mögen Sie von allen Einsätzen wieder gesund heimkehren.“