Heidi Amon

„Ich kann es gar nicht glauben, dass ich schon 90 bin“ sagte Karl Müller, als er aus seinem Leben erzählte und nebenher in einem Album blätterte, in dem sich viele Jahre in Form von Fotos aneinanderreihen. Dabei ließ ihn sein Gedächtnis nicht im Stich. Jahreszahlen und Situationen aus der Vergangenheit hat er parat, als wäre es gestern gewesen.

Am 1. November feierte der Forchheimer seinen 90. Geburtstag im Kreise seiner Familie mit Tochter Heidi, Sohn Thomas, Schwiegerkindern, vier Enkeln und zwei Urenkeln sowie Freunden und Nachbarn am Winterbauerkeller.

Angefangen hat seine Geschichte vor 90 Jahren im November 1931 in Kunreuth. In seinem Geburts- und Heimatort war er der „Schlossers Karl“, weil sein Großvater Georg Müller dort eine große Schlosserei hatte. Er selbst wäre gerne Schreiner geworden, doch daraus wurde nichts.

Karl Müller weiß noch genau, wie schwierig es aber war, nach dem Krieg eine Lehrstelle zu bekommen. Er sei bereits 17 Jahre alt gewesen, als er schließlich eine Lehre als Kraftfahrzeug-Schlosser begann und erfolgreich beendete. Glück , sagte der Jubilar, habe er in seinem Leben ganz viel gehabt, beruflich wie privat. Bis zu seinem Ruhestand war er als gefragter Kfz-Werkstattleiter bei der Firma Piasten in Forchheim tätig. Glück vor allem auch deshalb, weil er mit seiner Maria, die er 1958 heiratete , eine liebevolle Frau an seiner Seite hatte, mit der er sich und seiner kleinen Familie im selbst gebauten Eigenheim in Forchheim wohlfühlte.

Leider sagt er etwas traurig, sei sie nach 60 gemeinsamen Ehejahren 2019 verstorben. Umso glücklicher ist der Jubilar, dass sich seine Familie stets um ihn kümmert. Besonders freut er sich dann, wenn auch seine Kinder und Enkelkinder seine Erzählungen über seine bewegte Lebensreise spannend und interessant finden, war der „Schlossers Karl“ in jungen Jahren doch ein begeisterter Motorradfahrer. Dennoch sei bei ihm zeitlebens die Liebe zum Holz geblieben, auch wenn er kein Schreiner wurde. Seine selbst geschreinerten Gegenstände im Haus sind sein ganzer Stolz. Überhaupt, so Karl Müller weiter, sei er sein Leben lang ein unternehmungslustiger und sportlicher Mensch gewesen

Heute im hohen Alter geht er alles etwas langsamer an. Was er keinesfalls missen möchte: Die Lektüre seiner Tageszeitung. „Seit 50 Jahren lese ich den Fränkischen Tag und freu' mich jeden Tag wenn er ins Haus flattert“ so ein rundum zufriedener Karl Müller.