"Hinrichtungscharakter": Vater von Braut erschossen - Gericht fällt Urteil

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Bei einer Hochzeitsfeier in Fürth fallen mehrere Schüsse - der Vater der Braut wird getroffen. Ein Akt der Selbstjustiz, urteilt das Landgericht in Nürnberg. Wieso der Fall damit noch nicht abgeschlossen ist.

Update vom 19.03.2026, 16 Uhr: Mord auf Hochzeitsfest - lebenslange Haft für Todesschützen

Auf einer Hochzeitsparty zieht ein junger Mann eine Pistole und feuert dem Vater seiner ehemaligen Partnerin sechsmal in den Rücken - ein hinterhältiger Mord, für den der 27-Jährige nach einem Urteil des Landgerichts Nürnberg nun eine lebenslange Freiheitsstrafe absitzen muss. "Die Tat hatte Hinrichtungscharakter", sagte der vorsitzende Richter Gregor Zaar.

Zwischen den beiden Familien schwelte demnach jahrelang ein erbitterter Konflikt, der schließlich in der Bluttat seinen Höhepunkt fand. Es ging um Untreuevorwürfe, finanzielle Forderungen und die Familienehre. Die Tat sei ein Akt der Selbstjustiz gewesen, sagte Zaar in der Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe sich damit über die Rechtsordnung erhoben.

Der Franzose hatte die Schüsse vor Gericht zugegeben, sich aber nicht weiter zur Tat geäußert. Was sich am frühen Abend des 23. März 2023 in Fürth abspielte, konnte die Kammer dennoch recht genau rekonstruieren. Zahlreiche Überwachungskameras in der Festhalle hatten die Tat aus verschiedenen Winkeln festgehalten.

Störungen aus Publikum während Prozess

Demzufolge betrat der Angeklagte zusammen mit seinem Vater und zwei Brüdern um kurz nach 17 Uhr die Festhalle, in der Hunderte von Gästen feierten. Aus seiner Hosentasche habe er eine halbautomatische Pistole gezogen und diese zunächst verborgen gehalten, sagte Zaar. Auf ein Nicken seines Vaters sei er mit schnellen Schritten auf den 47-Jährigen zugegangen und habe diesem sechsmal in den Rücken geschossen.

"Er wurde von hinten getroffen und von dem Angriff überrascht", sagte Zaar. Das Opfer starb noch am selben Abend im Krankenhaus. Der Angeklagte und seine Verwandten seien nach der Tat mit zwei Autos davongerast, dann sei jeder für sich weiter nach Frankreich geflohen. Dort stellte sich der Verdächtige noch in der Nacht der Polizei.

Für die Urteilsbegründung hatte die Kammer die Sicherheitsmaßnahmen im Gericht noch einmal verschärft. Alle Besucherinnen und Besucher mussten durch eine zusätzliche Sicherheitsschleuse, zahlreiche Polizeikräfte und Justizbeamte überwachten den bis auf den letzten Platz gefüllten Gerichtssaal. Während des Verfahrens hatte es wiederholt Störungen aus dem Publikum gegeben. Zuletzt war der Angeklagte sogar aufgesprungen und hatte einen Anwalt bedroht.

Streit mit langer Vorgeschichte

Nach Ansicht des Gerichts hatten die tödlichen Schüsse eine lange Vorgeschichte. 2015 habe der Angeklagte die Tochter des Opfers kennengelernt. Es habe sich eine Beziehung nach Roma-Tradition mit Verlobung und zwei Kindern entwickelt, sagte Zaar. "Die Beziehung war von Anfang an konfliktreich."

Nach der Trennung habe ein Roma-Gericht - ein Parallelgericht außerhalb des Rechtsstaats, wie Zaar hervorhob – entschieden, dass die Familie des Angeklagten 40.000 Euro erhalten solle, um die Frau freizugeben. "Nur Frieden hat die Entscheidung nicht geschaffen. Der Konflikt eskalierte in der Folgezeit." Es sei zu gegenseitigen Beleidigungen und Todesdrohungen gekommen, unter anderem habe der Angeklagte das Auto des späteren Opfers angezündet.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ob dieses einen Schlussstrich unter den jahrelangen Konflikt ziehen wird, war zunächst unklar. Der Fall jedenfalls ist damit nicht abgeschlossen. Der Vater und die Brüder des Angeklagten sind inzwischen wegen gemeinschaftlichen Mordes angeklagt. Der Prozess soll laut einer Justizsprecherin am 28. April am Landgericht in Nürnberg beginnen.

Update vom 12.03.2026, 9.18 Uhr: Anklage fordert lebenslange Haftstrafe

Im Verfahren wegen der tödlichen Schüsse auf einer Hochzeitsfeier in Fürth beantragt die Anklagebehörde für den 27-jährigen Beschuldigten eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes. Zudem soll laut einer Sprecherin des Oberlandesgerichts Nürnberg im Urteil die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden. Das Landgericht Nürnberg plant, das Urteil am 19. März zu verkünden.

Die Anklage geht davon aus, dass der aus Frankreich stammende Täter heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen handelte. Der Mann hatte im März des vergangenen Jahres auf der Hochzeitsfeier den Vater seiner ehemaligen Freundin vor zahlreichen Zeugen mit sechs Schüssen getötet. Die Verteidigung erkennt die Tat nicht als Mord an und argumentiert laut der Gerichtssprecherin, dass der Mann an Schizophrenie erkrankt sei und unter Wahnvorstellungen leide.

Gemäß der Anklage reiste der Beschuldigte mit mehreren Angehörigen zur Hochzeitsfeier an. Das Opfer erlag kurz nach dem Angriff im Krankenhaus seinen Verletzungen. Als Motiv wird ein Streit um die Unterhaltszahlungen für die gemeinsamen Kinder des Angeklagten und seiner ehemaligen Freundin genannt. Laut Anklagebehörde ging den tödlichen Schüssen ein jahrelanger Konflikt mit gegenseitigen Drohungen zwischen den beiden Familien voraus.

Der Beschuldigte floh nach der Tat mit seinen Begleitern nach Frankreich, wo er sich der Polizei stellte und die Tat gestand.

Update vom 21.01.2026, 17.13 Uhr: Todesschüsse auf Hochzeit - Angeklagter schweigt vor Gericht

Ein wegen tödlicher Schüsse auf einer Hochzeitsfeier in Fürth angeklagter 27-Jähriger äußert sich vor Gericht nicht zu den Anschuldigungen. Sein Anwalt erklärte vor dem Landgericht in Nürnberg, dass sein Mandant nichts dazu sagen werde.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den Franzosen, den Vater seiner früheren Lebensgefährtin auf einer Hochzeitsfeier vor den Augen der zahlreichen Gäste heimtückisch ermordet zu haben. Das Motiv soll ein Streit um Unterhaltszahlungen für die beiden Kinder des Angeklagten und seiner Ex-Freundin gewesen sein, die nach der Trennung wieder nach Deutschland zurückkehrte.

Den Ermittlungen zufolge war der Angeklagte im vergangenen März in Begleitung mehrerer Verwandter zu der Hochzeitsfeier gegangen, zu der auch das spätere Opfer eingeladen war. "Der Angeschuldigte nutzte die Arg- und Wehrlosigkeit des Geschädigten und gab unmittelbar sechs Schüsse aus der Waffe gezielt auf den Oberkörper des Geschädigten ab, die alle trafen", sagte Staatsanwalt Roland Fleury. Der 47-Jährige erlag kurz danach im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Drohungen per Telefon und Facebook

Der Verdächtige floh laut Staatsanwaltschaft mit seinen Begleitern nach Frankreich. Dort stellte er sich noch in derselben Nacht der Polizei und gestand die Tat. Seitdem hat er zu den Vorwürfen laut den Ermittlern geschwiegen.

Die Hintergründe sind für die Staatsanwaltschaft dennoch klar: Wegen der Unterhaltsansprüche habe es auch Verhandlungen vor einem nicht-staatlichen Roma-Gericht in Frankreich gegeben, sagte Fleury. Als die Familie der Frau die festgelegte Summe nicht gezahlt habe, habe die Familie des Angeklagten telefonisch und per Facebook damit gedroht, deren Angehörige zu töten.

Der Angeklagte befindet sich seit Anfang April in Deutschland in Untersuchungshaft. Einen Teil seiner Begleiter konnte die Polizei identifizieren. Die Staatsanwaltschaft hat den Vater und zwei Brüder des mutmaßlichen Schützen wegen gemeinschaftlichen Mordes vor dem Landgericht angeklagt. Die Franzosen befinden sich laut einer Gerichtssprecherin inzwischen ebenfalls in Deutschland in Untersuchungshaft.

Urteil vermutlich Ende März

Das Landgericht Nürnberg hat für den Prozess gegen den 27-Jährigen 15 weitere Verhandlungstermine angesetzt. Ein Urteil könnte Ende März verkündet werden.

Ursprungsmeldung vom 21.01.2026, 9.39 Uhr: Prozess um ödliche Schüsse auf Hochzeit in Franken startet 

Auf einer Hochzeitsfeier in Fürth soll ein 27-Jähriger den Vater seiner ehemaligen Lebensgefährtin mit sechs Schüssen getötet haben. Am Mittwochvormittag (21. Januar 2025) beginnt der Prozess gegen den Franzosen vor dem Landgericht in Nürnberg

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm heimtückischen Mord vor. Das Motiv sollen Geldforderungen zwischen den beiden Familien wegen der beiden Kinder des Angeklagten und seiner Ex-Freundin gewesen sein. 

Den Ermittlungen zufolge war der Angeklagte im vergangenen März mit mehreren Verwandten zu der Hochzeitsfeier gegangen, zu der auch das spätere Opfer eingeladen war. Demnach schoss er dort dem 47-Jährigen sechsmal gezielt in den Oberkörper. Dieser starb kurze Zeit später im Krankenhaus. 

Bluttat auf Hochzeit in Fürth - mutmaßlicher Täter nun vor Gericht

Der Verdächtige floh laut Staatsanwaltschaft mit seinen Begleitern nach Frankreich. Dort stellte er sich in derselben Nacht noch der Polizei und räumte die Tat ein. Seitdem hatte er zu den Vorwürfen laut den Ermittlern geschwiegen. Er sitzt seit April in Deutschland in Untersuchungshaft. 

Am ersten Prozesstag sind nach Angaben einer Gerichtssprecherin mehrere Zeugen geladen. Dabei handelt es sich um Polizeikräfte. Die Staatsanwaltschaft benannte außerdem zahlreiche Gäste der Hochzeitsfeier als Zeugen. Außerdem gibt es Videoaufnahmen aus der Festhalle.

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Vorschaubild: © NEWS5 / David Oßwald (NEWS5)