Der Turn- und Sportverein (TSV) Geschwand hat bei der Gemeinde Obertrubach einen Antrag in unbestimmter Höhe zur Bezuschussung für die Erweiterung seines Sportheims gestellt, über den die Gemeinderäte nun entscheiden mussten. Der Rohbau des Anbaus für neue Gäste-Umkleideräume und einen Duschraum steht bereits.

Der Vorsitzende des TSV Geschwand, Bernhard Eckert, begründet seinen Zuschussantrag vor allem damit, dass nach dem Aufstieg der Ersten Mannschaft in die Kreisliga eine der bisher zwei Umkleideräume nun nach den Vorgaben des Bayerischen Fußballverbands von dem Schiedsrichtergespann genutzt werden muss. Daher benötige der Verein zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebs dringend neue Umkleideräume für Gastmannschaften.

Baukosten von 62 275 Euro

Die eigene Mannschaft ziehe sich seit Jahren bei Heimspielen im Saal des Sportheims um. Außerdem engagiere sich der TSV Geschwand schon seit seiner Vereinsgründung im Jahr 1970 im sportlichen, kulturellen und sozialen Leben der Gemeinde Obertrubach . Seit der Schließung der letzten Gastwirtschaft im Ort vor einigen Jahren sei das Sportheim sogar der einzige verbliebene Raum in Geschwand für Geburtstags- und Familienfeiern sowie sämtliche weitere Veranstaltungen.

Die Baukosten für den Anbau seien mit 62 275 Euro kalkuliert. Hinzu kämen noch die Kosten für eine Solaranlage auf dem Dach und für die Warmwasseraufbereitung. Damit habe der Verein auch bewusst auf ökologische und umweltfreundliche Lösungen gesetzt und trage zur Förderung von Klimaschutzprojekten im kommunalen Umfeld bewusst bei, betonte Eckert.

Vom Bayerischen Landessportverband sei aus dem Sonderförderprogramm „Vereinssportstättenbau in finanzschwachen Gemeinden“ ein Zuschuss von 55 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten für den Anbau zu erwarten. Auch über eine Zuwendung und für jegliche Unterstützung durch die Gemeinde würde sich der Verein sehr freuen, schrieb Eckert.

Bürgermeister Markus Grüner ( CSU ) sah den Antrag aus Geschwand als Folge des Zuschussantrags für die energetische Sanierung der Sporthalle des Sportvereins Obertrubach . Über Letzteres wurde vom Rat noch nicht abschließend entschieden. „Wir halten es für sinnvoll, das Ganze nun in eine Struktur zu bringen“, sagte Grüner und sprach sich statt Einzelzuschüssen für die Auflage eines Sportförderprogramms aus. Daraus bekämen dann die vier Sportvereine nach bestimmten Kriterien jedes Jahr Geld von der Gemeinde und könnten dann selbst entscheiden, für was sie es verwenden. Einen Schnellschuss wolle er heute nicht machen, betonte Grüner.

Sportförderprogramm angeregt

Stefan Lang ( CSU ) stimmte Grüner zu. Auch der TSV Bärnfels habe finanzielle Probleme wegen Corona und könne auch heuer seine Kerwa nicht abhalten, mit der er sich sonst über Wasser gehalten habe. Auch Roland Wölfel (BW-GO) war dafür, denn andere Gemeinden hätten es ähnlich gemacht.

Grüner schlug nun vor, dass der Ehrenamtsausschuss ein Konzept für die Sportförderung ausarbeiten soll.

Benjamin Dresel (ABL) sah andere Vereine benachteiligt, schließlich gebe es 28 Vereine in der Gemeinde.

Ehrenamtsausschuss eingeschaltet

Geschäftsstellenleiter Ulrich Meierhöfer verwies jedoch darauf, dass es auch eine Musikförderung und eine Förderung der FSV-Ortsgruppe gebe. „Ein Bezug zu einer Quasi-Pflichtaufgabe für eine Vereinsförderung besteht nicht“, sagte Meierhöfer. „Ich würde es bei der Sportförderung belassen“, gab ihm der Rathauschef recht, und Lang betonte, dass die Sportvereine wegen der Corona-Pandemie am meisten gelitten hätten.

Die Abstimmung zur Einberufung des Ehrenamtsausschusses fiel dann einstimmig aus. Das Thema wird den Gemeinderat sicherlich noch öfter beschäftigen.