Heidschnucken mähen in manchen Regionen Deutschlands den Rasen, hier fliegt ein Rotmilan, dort läuft ein Kammmolch und dazwischen: ganz viele Wildbienen. Und das, obwohl Golfplätze doch nur, so die gängige Meinung, aus intensiv zu pflegenden Grüns und Fairways bestünden, aus Designer-Gras, das künstlich auf Stoppelmaß gehalten werde. Doch Golfplätze sind etwas ganz anderes: vorwiegend Naturparks , also eher ein nachhaltiges Spaßgelände für Flora und Fauna . Golfanlagen seien deshalb auch nicht das Problem der Natur, „sondern ein Teil der Lösung“, erklärt Malte Uhlig, der Präsident des Bayerischen Golfverbands.

Schuttberge werden so zu Biotopen, Blumenwiesen entstehen, Obstbäume werden gepflanzt, zuletzt sogar öffentlichkeitswirksam ein Kirschbaum von Golfprofi Martin Kaymer ; nicht um zu blenden, sondern um artgerechte Golfplatzphilosophie transparent zu machen. Am 20. Mai ist Weltbienentag und damit auch ein Tag der Golfclubs , die so oft ihren eigenen Honig herstellen.

Bereits im vergangenen Jahr fand in Bayern die Bienenwoche erfolgreich statt. 2021 schloss sich der Baden-Württembergische Golfverband dem Bayerischen Golfverband an und man expandierte zur „Süddeutschen Bienenwoche“. Im Golfclub Fränkische Schweiz widmet man die Woche (17. bis 23. Mai) also ganz dem Schutz der Bienen . So will es der Club, und so will es das Volk, das seinen Wunsch im letzten Jahr sehr eindrucksvoll vorgetragen hat: Das Volksbegehren „Rettet die Bienen “ schaffte es auf fast 1,75 Millionen Unterschriften – bayerischer Rekord.

„Arten schützen, den Artenschwund stoppen!“, so lautet auch das Credo von Thorsten Glauber (FW), dem Bayerischen Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz. Zufrieden stellt er fest, dass „auf vielen Golfplätzen naturnahe und insektenfreundliche Flächen entstehen, Blühflächen oder Wasserstellen angelegt und Insektenhotels errichtet werden“. Und Bayerns Golfverantwortliche zeigen Naturverbundenheit: Der Deutsche Golf-Verband hat das Zertifikat „Golf & Natur“ entwickelt und zeichnet seit 15 Jahren Clubs mit Vorbildcharakter aus. Jede dritte prämierte Anlage liegt in Bayern – dort, wo man auch mit dem Landesbund für Vogelschutz kooperiert, der Landschaftspflegearbeiten auf den Ausgleichsflächen übernimmt. Inzwischen werden sogar Schulklassen auf den Golfplatz eingeladen – und eben nicht, um Golf zu spielen, sondern um dort den Biologieunterricht abzuhalten.

Beim Golfclub Fränkische Schweiz wurde aus den Spenden der Bienenaktion 2020 ein Insektenhotel zwischen den Bahnen 4 und 5 errichtet. Außerdem ist die ökologische Platzgestaltung mit vielen Blühwiesen ein Herzensanliegen des Greenkeeping-Teams um Sebastian Wolf.

Und wenn man diese Aktion unterstützen will, dann kann man seine Spende einfach im Sekretariat abgeben. Weitere Infos unter www.gc-fs.de. do