Nicht nur die Mitglieder des Gemeinderats , sondern alle Bürger sollen sich künftig besser und schneller über Neuigkeiten in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Dormitz und ihrer Gemeinde informieren können. Die Gemeinschaftsversammlung der VG beschloss mehrheitlich, als weiteren Baustein zum bereits 2015 angeschafften Dokumentenmanagementsystem das von Geschäftsleiter Nicky Weber vorgestellte Ratsinformationssystem mit einmaligen Kosten in Höhe von 7300 Euro sowie jährlichen Kosten von 2000 Euro anzuschaffen.

Nach Darstellung der Gemeinschaftsvorsitzenden Gertrud Werner (UWK) und Geschäftsleiter Nicky Weber werden mit dem System Verwaltungsabläufe deutlich optimiert, immense Papier- und Kopierkosten eingespart sowie die Informations- und Recherchemöglichkeiten in erheblichem Umfang verbessert. So werde in vielen Kommunen die Nutzung mit privaten Geräten immer öfter eingerichtet. In diesem Fall stellen die Gemeinden nur den Zugang zum System zur Verfügung. Eine Nutzung mit Handy sei zwar ebenfalls möglich, dazu müsste aber eine gesonderte App angeschafft werden, die sehr teuer sei, erklärte Weber.

Verbandsrat Josef Elsinger (UWK) befand: "Unsere Arbeit wird nicht besser dadurch und die Kosten werden immer mehr." Geschäftsleiter Weber widersprach ihm: "Das System erleichtert tatsächlich die Arbeit und hat einen Mehrwert."

Holger Bezold (FW) wies darauf hin, dass man sich den Zeichen der Zeit nicht verschließen dürfe. "Ich sehe auch bloß Vorteile", sagte er und nannte das Einsehen alter Protokolle als Beispiel. Gertrud Werner wiederum sah darin eine "verlockende" Alternative zu weniger Ordnern zu Hause und unterstrich, dass das Ratsinformationssystem für mehr Transparenz sorge.

Die Haushaltssatzung der VG steckt nicht nur den finanziellen Rahmen der Kommunen ab, sie ist auch Gradmesser für die Leistungsfähigkeit der Verwaltung. Die Verabschiedung der Haushaltssatzung nutzten die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden Dormitz , Hetzles und Kleinsendelbach, um sich für die Arbeit in allen Bereichen zu bedanken. "In den vergangenen sechs Jahren ist die VG-Umlage der Gemeinde Kleinsendelbach von 168 379 Euro auf 343 230 Euro gestiegen, doch sparte die erbrachte Gegenleistung der Gemeinde viel Geld", rückte Bürgermeisterin Gertrud Werner die für viele Bürger hohe VG-Umlage ins rechte Licht. In das gleiche Horn stieß auch Bürgermeister Holger Bezold aus Dormitz . Er dankte der Kämmerin Ursula Lauterbach für die "zeitgemäße und frühzeitige" Aufstellung des Haushaltsplans.

Die Eckpunkte erläuterte die VG-Vorsitzende Gertrud Werner. Demnach schließt der Verwaltungshaushalt in den Einnahmen und Ausgaben mit 1 411 800 Euro ab. Die Personalkosten schlagen darin mit 1 067 100 Euro am stärksten zu Buche.

Auf der Einnahmenseite stehen 1 138 900 Euro an Verwaltungsumlage. Diese errechnet sich aus den durch Einnahmen nicht gedeckten Bedarf zur Finanzierung der Ausgaben im Verwaltungshaushalt. Für die Berechnung der Umlage ist die Einwohnerzahl maßgebend. Mit Stand 30. Juni 2020 waren in den drei Mitgliedskommunen zusammen 4891 Einwohner gemeldet. Daraus errechnet sich eine Verwaltungsumlage von 232,86 Euro je Einwohner. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg von 8,86 Euro.

Im Vermögenshaushalt sind 61 000 Euro eingeplant. Diese werden für Heimbüro-Arbeitsplätze, EDV-Ausstattung und den allgemeinen Bürobedarf benötigt. Kreditaufnahmen für Investitionen und Verpflichtungsermächtigungen sind nicht vorgesehen. Die Pro-Kopf-Verschuldung wird nach geleisteter Tilgung am 31. Dezember 2021 25,87 Euro betragen. Neben der Haushaltssatzung wurden der Stellenplan für 2021 und der Finanzplan 2022 bis 2024 einstimmig verabschiedet.