"Immer häufiger kommt auch in der Region neben Alkohol und Drogen, zu hoher Geschwindigkeit und Fahren ohne Gurt ein weiterer Unfallverursacher im Straßenverkehr hinzu - die Ablenkung durch Smartphones", darauf wies der Vorsitzender des Lichtenfelser Kreisverbandes Auto-Club-Europa (ACE) Horst Hollfelder hin. Der Kreisverband startete seine Verkehrssicherheitskampagne "Finger weg", in der Mainau in Lichtenfels.
Mit dieser Aktion, so Horst Hollfelder, will der ACE-Kreisverband Fußgänger auf die Gefahr durch Ablenkung im Straßenverkehr aufmerksam machen. Mitglieder des ACE-Kreisverbandes überprüften das Verhalten von Fußgängern an Ampeln, Zebrastreifen und Haltestellen im Umfeld des Lichtenfelser Einkaufzentrums.
60 Prozent aller Todesopfer bei Unfällen innerorts, so Horst Hollfelder, seien inzwischen Fahrradfahrer und Fußgänger. Die Ablenkung durch Smartphones spiele dabei eine immer größere Rolle. Nachrichten werden geschrieben und gelesen, soziale Netzwerke besucht, Spiele gesucht. Dabei sei der Blick auf das Display geheftet, Verkehr und seine Gefahren werden nicht mehr wahrgenommen. Das gelte für Autofahrer, Fahrradfahrer und Fußgänger gleichermaßen.
Niemand könne gleichzeitig Nachrichten checken und auf den Verkehr achten, ergänzte der stellvertretende ACE-Vorsitzender Heinz Gärtner. Deutschlandweit verunglückten im Jahr 2015 31 589 Fußgänger, 534 davon tödlich.
Die bundesweite Aktion des ACE, an der sich der Lichtenfelser Kreisverband beteiligt, soll einen Denkanstoß liefern. Bereits vor zwei Jahren hatte der ACE-Kreisverband ebenfalls in der Mainau im Rahmen der Verkehrssicherheitsaktion "Park dein Handy, wenn du fährst" Ablenkungen am Steuer dokumentiert.
"Mit unserer Aktion richten wir uns vor allem auch an Eltern und Erwachsene", führte Horst Hollfelder aus. Sie sollten Vorbild sein und ihre Smartphones bewusst gebrauchen. Die Ergebnisse der Verkehrssicherheitsaktion in der Mainau fließen in eine bundesweite Studie ein, die der ACE im Herbst veröffentlichen will. pz