Eine solche Gemeinderatssitzung dürfte es in Heßdorf noch nie gegeben haben: Das Gremium tagte in der Turnhalle der Grundschule im Ortsteil Hannberg. Dort ist es möglich, die aufgrund der Corona-Krise gebotenen Sicherheitsabstände einzuhalten. Für die Mitglieder des Gemeinderates sowie die Zuhörer war außerdem Mund-Nasen-Schutz vorgeschrieben.

Nicht weniger als 24 Tagesordnungspunkte hatte das Gremium zu bewältigen, allein fünf betrafen die Sanierung der Grundschule Hannberg und vier den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Heßdorf. Wie Bürgermeister Horst Rehder (BB) im Sachstandsbericht zur Sanierung der Grundschule Hannberg erklärte, laufen die Bauarbeiten am zweiten Bauabschnitt nach Plan. Lediglich die Fassadenarbeiten konnten aufgrund der Corona-Krise und den dadurch bedingten Personalmangel bei der ausführenden Firma bislang nicht begonnen werden. Allerdings sollen die Arbeiten in der kommenden Woche beginnen.

Durch die Schließung der Kita aufgrund von Corona konnte durch eine kurzfristige Umorganisation bereits ein Teil der notwendigen Umbaumaßnahmen begonnen werden, und der Bürgermeister gab sich optimistisch, dass die Arbeiten in den Wickel- und Ruheräumen bis zum 11. Mai weitestgehend abgeschlossen werden können. Ebenfalls optimistisch ist er hinsichtlich der Fertigstellung und Inbetriebnahme des Hortbereichs nach den Sommerferien.

Die Arbeiten im Außenbereich gehen ebenfalls voran, derzeit wird mit Hochdruck am Parkplatz vor dem Haupteingang gearbeitet. Auch der neue Gehsteig soll im gleichen Zuge in den nächsten beiden Wochen erstellt werden.

Diskussion über Nachträge

Wie schon in den vorausgegangenen Sitzungen legte die Verwaltung dem Gremium eine Reihe von Nachträgen vor, die dann teils für eine Diskussion und auch für Unmut sorgten. So gibt es einen Mehraufwand für den nachträglichen Bewehrungsanschluss der Treppenhauswände an die Betondecke des Gebäudes. Aufgrund der größeren Bohrdurchmesser ist der Bewehrungsanschluss aufwendiger als ursprünglich ausgeschrieben und führt zu Mehrkosten von nahezu 1600 Euro. Eine zusätzliche Dämmung der Armaturen in der Heizzentrale war im Leistungsverzeichnis nicht enthalten und kostet zusätzlich rund 2000 Euro.

Um Verzögerungen im Bauablauf durch nicht ausreichende Estrichtrocknung zu vermeiden und den Handlungsspielraum für eine schnellere Fertigstellung der Baumaßnahmen zu erreichen, wurde empfohlen, auch im zweiten Bauabschnitt einen Estrichbeschleuniger für nahezu 10 000 Euro einzusetzen. Das lehnte das Gremium jedoch ab.

Eine Änderung der Ausführung der Binderverkleidung (Tragebalken) im Wabenbau des Grundschulgebäudes Hannberg führt zu Mehrkosten von knapp 5300 Euro, zur Stabilisierung der Trockenbauwände sind zusätzliche Steckwinkel am Boden- und Deckenanschluss notwendig und verursachen Mehrkosten von 4000 Euro. Ein Mehraufwand entsteht im Wabenbau auch aufgrund der achteckigen Grundrissgeometrie und der sternförmig angeordneten Dachträger im Bereich des gleitenden Deckenanschlusses, hier geht es um zusätzliche 7000 Euro. Wie bereits im ersten Bauabschnitt gibt es auch im zweiten Bauabschnitt ein Problem mit den Einbauleuchten und es entstehen Mehrkosten von über 10 000 Euro.

Auch zum Feuerwehrgerätehaus gab Rehder einen Sachstandsbericht: Die Bodenbeschichtungsarbeiten im Bereich der Fahrzeughalle mit dahinterliegenden Nebenräumen und im Bereich des Waschplatzes im Außenbereich laufen im Moment. Diese Arbeiten dauern inklusive Aushärtung etwa zwei Wochen und die Halle samt Nebenräumen darf in dieser Zeit nicht betreten werden. Im Obergeschoss sind die Arbeiten bis auf die Ausbesserungsarbeiten durch den Maler weitgehend abgeschlossen. Weitere Malerarbeiten und Ausbesserungsarbeiten sind noch im Treppenhaus und in der Fahrzeughalle erforderlich und die Türen müssen nach der Bodenbeschichtung noch gestrichen werden.

Außenanlagen kommen voran

Der Außenanlagenbauer hat mit den Arbeiten fristgerecht begonnen und kommt gut voran. Der Zaun um das Gelände wurde vom örtlichen Bauhof gesetzt, in dieser Woche soll noch gepflastert werden. Lediglich der Einbau des Ölabscheiders konnte Covid-19-bedingt noch nicht optimal abgestimmt werden. Zu 95 Prozent ist auch die Fassade fertiggestellt, die Firma Nendel wartet nur noch auf letzte Formteile aus Österreich, die noch in diesen Tagen geliefert werden sollen. "Wenn alles klappt, kann das Gebäude gegen Ende Mai übergeben werden", erklärte der Bürgermeister.

Auch für dieses Bauvorhaben legte der Bürgermeister einen Nachtrag vor, der ebenfalls diskutiert wurde. Einige Mitglieder des Gemeinderates fühlen sich nicht ausreichend informiert. Ursprünglich wurden die Antennenhalterungen als Wandhalterungen ausgeschrieben. Aufgrund der Konstruktion der Fassade ist keine Montage der Antennenhalterung in der ursprünglichen Planung möglich und die Entscheidung fiel für eine Dachmontage.

Dieser Wechsel in der Planung führt zu verschiedenen Änderungen im Leistungsverzeichnis und somit zu Mehrkosten in Höhe von über 3000 Euro. In der ursprünglichen Planung wurden Zwei-Meter- und Vier-Meter-Antennen gefordert. Auf Grund der maximal zwei Anschlusspositionen wurde nach Rücksprache mit der Feuerwehr auf die Zwei-Meter-Band-Antenne verzichtet. Es soll jetzt der Digitalfunk und der frühere BOS­Analogfunk realisiert werden. "Verstehe ich nicht, es wird eine Antenne weniger montiert und es kostet mehr", zeigte Axel Gotthardt (CSU) sein Unverständnis. Warum das so ist, konnte niemand so richtig erklären. Auch zur Außenbeleuchtung gab es ein Nachtragsangebot über 1800 Euro, das gebilligt wurde.