Eine Punktlandung war der diesjährige Festgottesdienst zur Höchstadter Kellerbergkirchweih unter freiem Himmel auf dem Petersbeck-Gelände. Den mit dem Schlusssatz der Messe leicht einsetzenden Regen kommentierte Stadtpfarrer Kilian Kemmer mit den Worten: "Gehet hin in Frieden - und heute etwas schneller."

Vorausgegangen war ein stimmungsvoller Gottesdienst unter den Bäumen der Anlage, zu dem nicht nur die Freunde des Kellerbergs am Sonntag strömten. Gerhard Wirkner gestaltete das Ambiente zu einem Gottesdienstort. Erstmals verwendete der Mesner dabei ein von Gisela Fiederling gewebtes Altartuch.

Passend zum Evangelium vom Wunder der Brotvermehrung erzählte Kilian Kemmer die Kurzgeschichte "Das Brot" von Wolfgang Borchert. Darin erinnert der Autor an den Wert eines einzigen Stückes Brot in der Nachkriegszeit.

Mit Verweis auf das heilige Brot der Eucharistie bemerkte Kemmer, dass in der Gegenwart der deutschen Gesellschaft niemand - nicht einmal in der Pandemiezeit - das tägliche Brot zu entbehren braucht. "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein" sei eine Weisheit, die sich in guten wie in schweren Zeiten bewahrheite. Gerade in der Corona-Krise spüre jeder, dass satt sein alleine nichts nützt. Das kleine Stück Brot der Eucharistie stellt nach Kemmers Worten eine ganzheitliche Stärkung der Seele und des Geistes dar und erinnert das Gewissen eines Christen an die Verantwortung für die, denen das tägliche Brot zum Leben fehlt. "Das hungernde Kind in der Sahelzone ist unser Mitmensch."

Im Gottesdienst gedachte die Gemeinde der Verstorbenen des Kellerbergvereins, aller kranken Mitglieder und dankte für das Engagement des rührigen Vereins. Am Ende erfolgte auch der Dank des Stadtpfarrers an den Dritten Bürgermeister Axel Rogner für den Einsatz der Stadt zum Erhalt der Anlage. Auch die Verdienste des Kellerbergvereines für die Traditionspflege von Geselligkeit und Frohsinn "mit flüssigem Brot" riefen die Dankbarkeit des Stadtpfarrers auf den Plan. Schließlich erhielt auch der Architekt des Kellerberges Fritz Wiesneth noch ein Dankeswort für sein Engagement am Kellerberg. Der ehemalige Vorsitzende des Heimatvereins, Georg Römer, hielt im Anschluss an die Messfeier für die Bevölkerung etappenweise Führungen zur Krypta, dem unterirdischen Sakralraum, der dem Patron der Braukunst St. Arnulf gewidmet ist. LM