von unserem Redaktionsmitglied 
Arkadius Guzy

Trimberg — Mit dem Jagdhorn gibt Christian Keller ein Signal. Die Kinder kennen das Zeichen bereits und versammeln sich im Hof der Trimburg zur Brotzeit. Der Grafenrheinfelder begleitet als einer der Betreuer Kinder aus seiner Gemeinde beim Ferienprogramm des Ausbildungszentrums Infanterie. Die Teilnehmer erleben auf der Trimburg einen Abenteuertag.
An verschiedenen Stationen können die Kinder unter anderem klettern und mit Pfeil und Bogen schießen. Falkner Harald Dellert aus Oberaltertheim hat seine Vögel mitgebracht, die von den Kindern bestaunt werden.
Die Kinder aus Grafenrheinfeld verbringen mit Kindern von Angehörigen aller Hammelburger Bundeswehreinrichtungen eine abwechslungsreiche Woche. Beim Tag auf der Trimburg dürfen zusätzlich 15 Kinder aus Elfershausen dabei sein, als Dank dafür, dass die Gemeinde die Ruine zur Verfügung gestellt hat - für das kommende Jahr will Bürgermeister Karlheinz Kickuth (SPD/ FWG) die Burg ebenfalls frühzeitig für die Bundeswehr sichern. Insgesamt tummeln sich damit 110 Kinder um das alte Gemäuer.


Zelten auf dem Lagerberg

Jedes Jahr bietet die Bundeswehr ein Ferienprogramm für ihre Angehörigen sowie Teilnehmer aus der Patenschaftsgemeinde Grafenrheinfeld. "Das Ferienprogramm wächst und wächst", sagt Oberleutnant Matthias Zinn. Die Plätze für die Grafenrheinfelder sind sehr begehrt.
Über zwei Wochen erstreckt sich das Programm: In der ersten Woche machten neben den Bundeswehr-Kindern erstmals auch Teilnehmer aus Bad Bocklet mit, der Patengemeinde des Offizieranwärterbataillons. In der zweiten Woche sind nun die Grafenrheinfelder dran.
Die Gemeinden stellen eigene Betreuer ab, dazu kommen noch etwa 40 Betreuer aus den Reihen der Bundeswehr. Die Vorbereitungen sind aufwendig und mit viel Eigenengagement verbunden. Sie beginnen schon im Dezember/ Januar, wenn die Urlaubsplanung anläuft. Dann wird in den Bundeswehreinrichtungen gefragt, wer sich in den Ferien als Betreuer zur Verfügung stellen möchte. Die Freiwilligen müssen sich auch nachts um die Kinder kümmern, da diejenigen Teilnehmer, die älter als sieben Jahre sind, in einem Zeltlager auf dem Lagerberg übernachten. "Viele zelten zum ersten Mal", sagt Zinn, der diesjährige Hauptorganisator.
Auch sonst spielt sich ein großer Teil der Ferienfreizeit auf dem Lagerberg ab. "Es gibt aber immer zwei Tage außerhalb", erklärt Zinn. So gehört das Schlauchbootfahren auf der Saale jedes Jahr zu den festen Programmpunkten: "Die Grafenrheinfelder freuen sich immer sehr darauf." Für die Bundeswehr-Familien ist das Ferienprogramm eine Entlastung, weiß Zinn, selbst Vater zweier Kinder. Denn die Eltern könnten dadurch ihre Kinder für einige Tage mit auf den Lagerberg nehmen. Das schätzt auch Christian Wilde. Er hat nicht nur sein Kind für das Ferienprogramm gemeldet, sondern unterstützt das Angebot als einer der betreuenden Soldaten.