Vor 150 Jahren ist die katholische Kirche in Haard im neugotischen Stil erbaut worden. Im Jahre 1870 wurde sie vom Würzburger Fürstbischof Georg Anton von Stahl dem Kirchenpatron Sankt Bartholomäus geweiht. Die Jubiläumsfeier des Gotteshauses musste leider wegen Corona in diesem Jahr verschoben werden. Kirchenpfleger Sebastian Fell kündigte an, dass die Feier zum Kirchenjubiläum zu gegebener Zeit, nach Corona, nachgeholt werden wird.

Seit Pfarrer Dominik Kesina im September 2020 in den Ruhestand verabschiedet wurde, werden die Gottesdienste vom Pastoralen Raum Bad Kissingen organisiert. Wort-Gottes-Feiern werden von Christine Fell gehalten.

Die letzte umfangreiche Kirchen -Innenrenovierung fand in den 1990er Jahren statt, bei der die alten Altäre renoviert und wieder eingebaut wurden. Die äußere Baupflicht der Kirche obliegt dem Staatlichen Bauamt.

Zur Vorgeschichte der Haarder Kirche: Unter der Regentschaft der Grafen von Henneberg gehörte Haard zur Pfarrei Niederlauer und war protestantisch, wie seine Herrschaft. Nach dem Aussterben der Grafen von Henneberg kam Haard an das Hochstift Würzburg. Der Würzburger Fürstbischof Julius Echter führte die katholische Religion ein und überwies die Filiale Haard am 22. Februar 1590 an die Pfarrei Nüdlingen. Dem Haarder Dorfbuch ist zu entnehmen, dass das erste Kirchlein und die Friedhofsmauer von den Grafen von Henneberg auf dem Hügel hinter dem Gasthaus "Bärenburg" erbaut wurde. Die in Holzbauweise gebaute kleine Kirche war im Laufe der Jahre baufällig geworden, und der Priester weigerte sich, in diesem Zustand Gottesdienst zu halten. So wurden die Gläubigen von der Amtskellerei Aschach am 8. Juni 1855 aufgefordert, sich am Gottesdienst in der Kirche in Nüdlingen zu beteiligen. Das lehnten die Haarder ab mit der Begründung, dass ihnen die Nüdlinger keinen Platz beim Gottesdienst lassen. So beantragten die Haarder eine eigene Kirche mitten im Dorf zu bauen.

Mit Übernahme des hennebergischen Besitzes durch das Hochstift Würzburg ist auch die Bau- und Unterhaltslast über die Kirche übergegangen. Wie eine Abschrift aus der Amtskellerei Aschach vom Jahr 1749 aus dem Salbuch "Folio" 525 beweist, ist folgender Wortlaut zu lesen: "Wie gnädigste Herrschaft wegen Genuss von 6 ½ Morgen Saalewiesen, auf bester Au in Bocklet, so besagte Wiesenverlegung fol. 23 vom Filial Haardth ist an das Hochstift (übergegangen) verwiesen worden. Dann des gantzen Getraid- undt Weinzehnds auf Haardther Markung anno 1625 dasige Kirche erbauen lies, auch sämtliche Schreinerarbeiten verfertigen lassen. Anno 1746 ist diese Kirch wegen anwachsender Gemeindt auf herrschaftlicher zertifikation erweitert worden." Somit hatte der Staat als Rechtsnachfolger die Verpflichtung, die Kirche in Haard zu bauen. Bereits am 11. Februar 1868 wurde die Planung genehmigt und am 27. April 1869 der Grundstein gelegt. Die Sandsteine wurden aus dem Haarder Steinbruch verwendet und mussten von den damals 53 Hausbesitzern mühsam mit Kuhgespann zur Baustelle gefahren werden. Das kleine, aus Holz gebaute Kirchlein wurde abgerissen und der Friedhof erweitert.