Zinnfiguren üben seit jeher eine besondere Faszination aus. Als "Lernspielzeug" sollten sie zunächst Kindern die "große weite Welt" näherbringen. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts trat die Zinnfigur ihren Siegeszug in die Kinderzimmer an und war so beliebt wie heute etwa Lego oder Playmobil.
Nach dem Ersten Weltkrieg erhielt das Spielzeug eine neue Rolle. Die Zinnfiguren wurden realistischer gestaltet, Erwachsene begannen damit, "kulturhistorische Zinnfiguren" zu sammeln. Damit sollte die Weltgeschichte möglichst exakt dargestellt und an die jeweilige Generation weitergegeben werden.


Weltweit einmalig

Genau in dieser Zeit ist das Deutsche Zinnfigurenmuseum auf der Plassenburg entstanden, das heute über 300 000 Einzelfiguren ein Zuhause bietet. Das ist weltweit einmalig. Und erst recht einmalig ist das größte dreidimensionale Schaubild der Welt, das es mit über 19 300 Figuren ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft hat.
"Um alles ausführlich zu betrachten, müsste man zwei Wochen im Museum verbringen", sagt Gästeführerin Andrea Müller. "Ich möchte das Auge des Betrachters auf ganz besondere Schätze lenken und zeigen, dass von einer Zeitreise durch die beeindruckende Welt der Zinnfiguren auch heute noch eine besondere Faszination ausgeht." "Es gibt nichts, was es nicht auch in Zinn gibt", ergänzt Oberbürgermeister Henry Schramm. Die Vielfalt an Szenen und Geschichten sei wirklich beeindruckend.


Drei Spezialführungen

Wer Kulmbachs beliebteste Sehenswürdigkeit einmal gemeinsam mit Andrea Müller besuchen möchte, der hat an folgenden Terminen Gelegenheit dazu: Sonntag, 5. November, Sonntag, 3. Dezember, und Samstag, 30. Dezember.
Los geht es jeweils um 14.30 Uhr an der Museumskasse auf der Burg. Die Tour dauert etwa eine Stunde und kostet vier Euro für Erwachsene. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen kostenlos mitgehen. red