Eine Standortumfrage bei den heimischen Unternehmen zeigt die Handlungsfelder des neu zu wählenden IHK-Gremiums auf.
Zum Auftakt der IHK-Wahl 2019 stellten sich unlängst die Kandidaten für das IHK-Gremium Herzogenaurach im Landratsamt Erlangen-Höchstadt vor. Wie es in einer Pressemitteilung der IHK heißt, wurden außerdem die Ergebnisse der Standortumfrage aus dem Gremiumsbezirk präsentiert. Die Resultate könnten zu Arbeitsschwerpunkten im neu gewählten Gremium führen.
Branchenübergreifend beteiligten sich knapp 2200 mittelfränkische Betriebe - darunter etwas mehr als 100 Unternehmen des Gremiumsbezirks Herzogenaurach, an der Umfrage. Vier von fünf der hier ansässigen Unternehmen würden ihren Standort in Mittelfranken weiterempfehlen. Knapp ein Viertel plant, in den nächsten fünf Jahren am Standort zu expandieren.
Die Unternehmen haben zu insgesamt 47 Standortfaktoren aus den sechs Themengebieten Infrastruktur, Arbeitsmarkt, Verwaltung, Standortkosten, wirtschaftliches Umfeld und allgemeines Umfeld ihre Einschätzung abgegeben. Neben der Bedeutung der Standortfaktoren wurde die Zufriedenheit der Unternehmen abgefragt - so konnten nicht nur die Stärken, sondern auch die Handlungsfelder deutlich identifiziert werden. Wichtigste Infrastrukturfaktoren sind aus Sicht der Betriebe im Gremiumsbezirk Herzogenaurach der Mobilfunkempfang, die Breitbandinfrastruktur, die Straßenverbindungen und die Planungssicherheit bei der Stromversorgung.
Kritik am ÖPNV
Als größte Stärke sehen die Unternehmen die Lebensqualität vor Ort. Auch die Anbindung an das Fernstraßennetz und die Nähe zu Kunden und Absatzmarkt schätzen die Unternehmen im Gremiumsbezirk sehr. Höchst unzufrieden sind die Unternehmen mit der fehlenden Anbindung an den Schienenfernverkehr, auch der ÖPNV wird deutlich schlechter bewertet als im mittelfränkischen Durchschnitt.
Die fortschreitende Digitalisierung erfordert, dass die Netz-infrastruktur mit den steigenden Anforderungen Schritt hält. Dies zeigt sich laut Pressemitteilung auch in Herzogenaurach, wo eine Verbesserung der Breitbandinfrastruktur gefordert wird. Auch zur Fachkräftesicherung wird im Gremienbezirk Herzogenaurach der größte Handlungsbedarf in der Verfügbarkeit von - insbesondere beruflich qualifizierten - Fachkräften gesehen. Eine Erhöhung der Erwerbsbeteiligung und der Arbeitszeit von Frauen könne dazu beitragen, den Fachkräftemangel abzumildern. Eine bessere Unterstützung von Beschäftigten mit pflegebedürftigen Angehörigen und die Ausweitung der Kinderbetreuungsangebote könnte dazu beitragen.
Der Vorsitzende des aktuellen IHK-Gremiums Herzogenaurach, Oliver Brehm, stellte im Anschluss die zur Wahl stehenden Kandidaten vor. Die Neuwahlen für die Periode 2020 bis 2024 stehen an. Die Wirtschaft wählt ihre Vertreter ins IHK-Gremium Herzogenaurach. 35 Kandidaten haben sich aufstellen lassen. In das Gremium können davon 18 gewählt werden. Die Auszählung beginnt Ende Oktober. Mit einem vorläufigen Ergebnis kann am 26. November gerechnet werden. red