Überschaubar war das Interesse von angehenden Schulabgängern an der Ausbildungsmesse im Rahmen der LQN-Gewerbeschau. 19 der Aussteller hatten spezielle Informationen und Kontakte für angehende Azubis vorbereitet.
LQN als Interessengemeinschaft der Gemeinden zwischen Presseck und Helmbrechts will die Kommunen zwischen den Zentren Hof und Kulmbach beleben mit dem Ziel, möglichst in den Heimatorten zu arbeiten und zu leben.
Helmbrechts ausgenommen lebt das "Oberland" selbst vor allem durch kleinere aber sehr vielfältige Handwerksbetriebe. Die Landflucht vor allem junger Leute verursacht aber einen Teufelskreis: weniger Leute, weniger Nachfrage, weniger Firmen, weniger Arbeitsstellen, weniger Leute ...


Ausbildung wichtig

Dabei gibt es nach wie vor starke Unternehmen, die im Oberland produzieren. Für sie Fachkräfte zu finden, wird immer schwieriger. Deshalb setzen Betriebe darauf, selbst auszubilden. Nach dem Niedergang der Textilindustrie in Oberfranken haben Textilberufe derzeit eher ein nicht so positives Image, sagte Personalleiter Markus Schuberth von Schöpf in Stammbach. Das Unternehmen produziert hochbelastbare Gewebe, die nicht nur, aber vor allem für Massenverkehrsmittel gebraucht werden, und sucht Auszubildende zum Produktions- und Industriemechaniker. In Helmbrechts bietet der Textilveredler Knopf's Sohn eine Lehre in eben diesem Metier an, genauso wie Theodor Fritsche, der technische Textilien bis hin zu Schutzanzügen für Polizei und Feuerwehren herstellt.
Der Kunststoffverarbeiter Stewo in Helmbrechts hat ein junges Team und ist auf der Suche nach Auszubildenden als Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik. Schleifen und Fräsen ist das Metier von Friedlein in Helmbrechts, ein guter Platz für angehende Werkzeugmechaniker. Erst im März dieses Jahres hat Christian Hain in Kupferberg seine Sanitär- und Heizungsfirma mit jetzt fünf Beschäftigten angefangen. Bau und Heizungsbau laufen gut, und er hielt schon mal Ausschau für Auszubildende in seiner "Alten Schlosserei".
Ein ganz anderes Problem hat Birgit Rodler. Ihre AFW-Creativ-Stickerei in Marktleugast-Mannsflur wurde mehrfach ausgezeichnet, floriert und bildet aus. Ihre Azubis müssen jedoch zur Berufsschule im Blockunterricht nach Plauen; eine schulische Begleitung in Münchberg gibt es nicht mehr. Die Ausbildungsmisere hat auch ein schulisches Strukturproblem. klk