Die streng bewachte Grenze mitten durch Deutschland ließ an vielen Stellen der Natur die Möglichkeit, sich ungestört zu entwickeln. Nach der Wende wurde aus dem Todesstreifen ein riesiges Schutzgebiet, das Grüne Band. Wo es zwischen den Landkreisen Hildburghausen, Coburg, Sonneberg und Kronach verläuft, wurde ein Naturschutzgroßprojekt gestartet. Dessen Entwicklung steuert ein Zweckverband. Der tagte am Mittwoch, um seine nächsten Schritte zu planen.

Einer davon soll Schafen das Überqueren der Itz erleichtern. Bei Almerswind gibt es zwar eine Brücke, die dem Schäfer mit seiner Herde zur Verfügung steht. Doch als sie gebaut wurde, dachte man wohl nicht daran, dass Schafe auf der Aluminiumoberfläche ausrutschen könnten. Weil sie das tun, haben sie Angst und wollen nicht mehr über die Brücke. Stallgummimatten, die nun angeschafft werden, sollen wieder Trittsicherheit bieten.

Um Flächen im Sinne des Naturschutzes neu zu gestalten, kauft der Zweckverband noch immer Grundstücke an. Im vergangenen Jahr wurden auf bayerischer Seite Ankäufe in der Flur von Ahlstadt, Gauerstadt, Ottowind, Schwärzdorf, Tiefenlauter und Wildenheid möglich. Zusammen handelte es sich um eine Fläche von 3,8 Hektar, für die 50 000 Euro ausgegeben wurden. Auf Thüringer Seite kaufte der Zweckverband 10,2 Hektar verteilt auf 18 Grundstücke für zusammen 58 873 Euro.

Daneben galt es an vielen Stellen zu verhindern, dass die Natur Areale in anderer als der gewünschten Weise zurückerobert. Entbuschungen wurden beispielsweise bei Streufdorf, zwischen Adelhausen und Massenhausen sowie zwischen Weißenbrunn vorm Wald und Em­stadt vorgenommen.

Die eigentlichen Grenzanlagen befanden sich ausschließlich auf heute Thüringer Seite. Damit das Projekt grenzübergreifend wirken konnte, mussten daher Flächen auf bayerischer Seite dazu gewonnen werden. Manche liegen nicht direkt an der früheren Grenze. So etwa die Flachgewässer nahe Oberwohlsbach, die im Februar von Schilf und Gebüsch befreit wurden.

Teilweise waren die Entbuschungen nur maschinell möglich. So etwa zwischen Rückerswind und Korberoth oder bei Mürschnitz. Büsche mussten auch bei Holzhausen, bei Hetschbach und Seidingstadt im Naturschutzgebiet Alte Meilschnitz weichen. Dort sollen Flächen künftig beweidet werden. Die Hoffnung ist dabei stets, dass die Tiere auch die unerwünschte Vegetation zurückhalten. An Steilhängen bei Em­stadt konnte das Mulchen der Flächen nur mit einer ferngesteuerten Raupe durchgeführt werden. In der Görsdorfer Heide übernahm eine Maschine die Aufgabe, junge Kiefern im Wuchs auszubremsen. Dort wurde auf Zwergstaudenflächen von rund acht Hektar den aufkommenden Kiefern die Krone gekappt.

Straubel bleibt Vorsitzender

Coburgs Landrat Sebastian Stra ubel (CSU/Landvolk) bleibt Vorsitzender des Zweckverbandes Naturschutzgroßprojekt Grünes Band - Rodachtal - Lange Berge - Steinachtal. Er wurde bei der Versammlung des Zweckverbandes einstimmig im Amt bestätigt. Sein Stellvertreter bleibt wie bisher Sonnebergs Landrat Hans-Peter Schmitz (parteilos). Auch er wurde einstimmig wiedergewählt.