Nach dem Beschluss des Stadtrates vom 23. Oktober 2019 hat die Stadt Bamberg zum 1. Januar 2020 die Trägerschaft über das E.T.A.-Hoffmann-Haus am Schillerplatz 26 übernommen. Ein entsprechender Kooperationsvertrag zwischen der Stadt Bamberg, vertreten durch Bürgermeister Christian Lange (CSU), und der E.T.A.-Hoffmann-Gesellschaft, vertreten durch Präsidentin Prof. Bettina Wagner, sei jüngst unterzeichnet worden, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Bamberg.

Charmant und facettenreich

Das E.T.A.-Hoffmann-Haus war die zweite Wohnung des Künstlers. Mit seiner polnischen Frau Mischa lebte E.T.A. Hoffmann von 1809 bis 1813 in den beiden oberen Geschossen. Seit 1908 entwickelte sich das Haus zunächst zur Erinnerungsstätte, in den letzten Jahrzehnten dann zum museal genutzten Künstler- und Literatenhaus unter der Trägerschaft der E.T.A.-Hoffmann-Gesellschaft. Ihr Geschäftsführer Prof. Bernhard Schemmel, ehemaliger Direktor der Staatsbibliothek Bamberg und langjähriger Präsident der Gesellschaft, hat das Haus über viele Jahre hinweg zum derzeitigen charmanten und facettenreichen Museum entwickelt. Seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass das in Deutschland einzige erhaltene Wohnhaus Hoffmanns heute Literaturmuseum und kulturelle Begegnungsstätte ist.

Da die Hoffmann-Gesellschaft die Trägerschaft ehrenamtlich nicht mehr leisten konnte, hat die Stadt Bamberg diese übernommen. Die E.T.A.-Hoffmann-Gesellschaft hat jedoch weiterhin ihre fachliche Unterstützung und eine enge Kooperation zugesagt. Dazu sagte Kulturreferent Lange: "Das E.T.A.-Hoffmann-Haus ist als Kulturerbe ersten Ranges einzustufen. Deswegen ist es der Stadt Bamberg ein Anliegen, dieses Juwel zu erhalten und sicherzustellen, dass es dem Publikum zugänglich bleibt und weiter entwickelt wird." Das Museum wird weiterhin während der Öffnungszeiten vom 1. Mai bis 1. November Leben und Werk E.T.A. Hoffmanns präsentieren und die Verbindung zwischen dem Künstler und der Stadt Bamberg in einer Dauerausstellung herausstellen. Das Multitalent Hoffmann bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für facettenreiche, zeitgenössische Veranstaltungsformate und Sonderausstellungen, die ebenfalls fortgeführt werden sollen.

Kulturamt ist zuständig

Den Betrieb des E.T.A.-Hofmann-Hauses übernimmt das Kulturamt der Stadt Bamberg. Der Stadtrat stellte in den Haushaltsberatungen auch die erforderlichen Haushaltsmittel zur Verfügung.

Mittelfristig ist geplant, gemeinsam mit der Stiftung Welterbe Bamberg als Eigentümerin das Anwesen zu sanieren. Noch in diesem Jahr soll eine neue Rahmenkonzeption in Auftrag gegeben werden. red