Der Coburg/Kronacher Wahlkreisabgeordnete Hans Michelbach wird bei der nächsten Wahl 2021 nicht erneut für ein Bundestagsmandat kandidieren. Das hat der 71-Jährige am gestrigen Freitag bekanntgegeben.

Seit 1978 hat Michelbach auf verschiedenen Ebenen ein politisches Mandat wahrgenommen. "Nach 27 Jahren im Bundestag, zwölf Jahren als Bürgermeister und sechs Jahren im Coburger Stadtrat ist die Zeit gekommen, Jüngere ranzulassen", sagte Michelbach am Freitag in Coburg. Seine Entscheidung teilte er der Bundeswahlkreiskonferenz der CSU mit und läutete damit die Suche nach einem Nachfolgekandidaten für den Wahlkreis ein.

Schuldenbremse mit eingeführt

"Es war eine großartige Zeit, in der ich wichtige Entscheidungen für die Menschen in unserem Land und unserer Region mitgestalten durfte", sagte Michelbach. Er nannte unter anderem die Gestaltung der Deutschen Einheit, die Verbesserung der Infrastruktur auf Schiene und Straße, die Stärkung der Kommunalfinanzen, die aktive Wirtschaftsförderung und eine solide Haushaltspolitik, die ohne Neuverschuldung ausgekommen sei. "Gerade die Einführung einer Schuldenbremse im Grundgesetz und unsere Politik der schwarzen Null hat unsere starke Antwort auf die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie erst möglich gemacht. Deshalb ist es wichtig, möglichst rasch dahin zurückzukehren", unterstrich der Wahlkreisabgeordnete.

Als stellvertretender Vorsitzender der CSU-Landesgruppe, Mitglied im Vorstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Bundestagsfinanzausschuss konnte Hans Michelbach wesentlichen Einfluss bei den Entscheidungen in Bonn und Berlin gewinnen.

Wahlkreisarbeit war ihm wichtig

Ein besonderes Anliegen war Hans Michelbach in all den Jahren immer die Wahlkreisarbeit vor Ort. So hat er bei der Wahlrechtsreform durchsetzen können, dass der Wahlkreis Coburg/Kronach auch in der nächsten Legislaturperiode 2021 bis 2025 bestehen bleibt. "Der Status eines direkt gewählten Abgeordneten hat mich dabei gestärkt", sagte der Bundestagsabgeordnete.

Er dankte allen Bürgern, "die mir in den zurückliegenden Jahren ihr Vertrauen geschenkt und mich als ihren Wahlkreisabgeordneten in den Bundestag gewählt haben. Für mich waren die direkten Kontakte mit den Menschen - ob auf Festen oder Versammlungen, bei Diskussionen, Sportveranstaltungen und anderen Veranstaltungen - immer das Wichtigste. Es gibt keine bessere Möglichkeit zu erfahren, was die Menschen denken und wünschen, als diese Gespräche. Deshalb sehe ich auch alle Bestrebungen höchst skeptisch, die das Gewicht der direkten gewählten Abgeordneten schmälern und die Distanz zwischen Wahlkreisabgeordneten und Bürgern vergrößern. Wichtig war für mich aber auch ein enger Kontakt zu den Betrieben im Wahlkreis. Gerade auch jetzt in der Krisenzeit zur Sicherung der Arbeitsplätze", betonte Michelbach. red