Um die Meinungen der Bevölkerung zu einem geplanten Mobilfunkmast im südlichen Gemeindebereich von Mainleus abzufragen, hatte Bürgermeister Robert Bosch (CSU) am Dienstagabend zu einer Bürgerversammlung in die Sommerhalle geladen. Vor 80 Teilnehmern fasste er die Fakten zusammen und gab anschließend das Mikrofon für Fragen und Anmerkungen frei.

Anita Nagel von der Bürgerinitiative "Weniger Funk - Glücklich & Gesund" wies auf die gesundheitlichen Auswirkungen hin und wollte wissen, weshalb dies nicht hinreichend beachtet werde. "Viele Mediziner, darunter auch die WHO, bestätigen die gesundheitlichen Schäden, aber in Studien wird das nur einseitig erwähnt", sagte sie und erntete Applaus. Ein Mast sende ununterbrochen, "ein Handy kann ich selbst ausschalten".

Der geplante Mobilfunkmastbau betrifft vor allem die drei Gemeindeteile Wüstenbuchau, Motschenbach und Bechtelsreuth. Gemeinderat Markus Oppelt (FW), selbst als Anwohner betroffen, sprach sich erneut gegen das Vorhaben aus. "Durch den Funkmast werden wir dauerhaft mit Strahlung beschossen, das kann nicht gesund sein." Darüber hinaus hätten sich die Anwohner in den letzten Jahren bereits selbst geholfen, indem sie eigene WLAN-Netzwerke in ihren Häusern installiert hätten. "Natürlich bin ich dadurch auch Strahlung ausgesetzt", sagte Oppelt, aber dieses System könne er jederzeit und eigenverantwortlich ausschalten. Je tiefer er in das Thema einsteige, desto mehr denke er darüber nach. "Jeder muss sich Gedanken machen: Muss ich wirklich 24 Stunden am Tag erreichbar sein?" 161 Bürger hätten auf einer Unterschriftenliste ihrem Willen gegen den Bau eines Mobilfunkmastes Ausdruck verliehen, selbst Jugendliche hätten eine Liste erstellt, "das ist ein eindeutiges Signal an den Gemeinderat: Wir wollen im südlichen Gebiet keinen Funkmast".

Dritter Bürgermeister Dieter Pöhlmann (CSU) steuerte die Meinung aus Sicht eines Ehrenamtlichen bei Wasserwacht, Rot Kreuz oder den Feuerwehren bei. "Die Nutzung eines Handys ist nicht nur schädlich", gab er zu bedenken, "wir leiten beispielsweise bei Unfällen an abgeschiedenen Orten Reanimationen über das Handy ein." Er werde daher für den Funkmast stimmen, denn es bedeute für ihn, Menschen in Not helfen zu können. Für die Gemeinderätin Hannelore Lindner (FW) steht ebenfalls fest, in der nächsten Gemeinderatssitzung für den Bau des Mobilfunkmastes zu stimmen. "Ein weißer Fleck kann in einer fortschrittlichen Gemeinde nicht sein, wir müssen an die Zukunft denken", sagte sie. Krebserkrankungen hätten Menschen auch früher schon gehabt, ganz ohne Handy.