Angesichts der noch guten Inzidenzzahlen hatte die Verwaltung in den vergangenen Wochen versucht, einen kleinen weihnachtlichen Markt mit abendlicher Serenade ins Leben zu rufen. Die Präsentation des Konzeptes stand am Montag im Gemeinderat auf der Tagesordnung. Bereits im Vorfeld hatten die Freien Wähler gefordert, einen "größeren Markt" durchzuführen. Das kam bei Bürgermeister Harald Hübner (CSU) überhaupt nicht gut an.

"Die Krankenhausampel steht bayernweit auf Rot. Wir haben im Landkreis einen Inzidenzwert von 193. Erst heute haben wir wieder einen Corona-Toten. Und wir sind in Neudrossenfeld mit vielen nachgewiesenen Corona-Erkrankungen stark betroffen", sagte Hübner (CSU) und kanzelte den Antrag ungewohnt deutlich ab. "Mich hat der öffentliche Vorstoß in so einer Zeit sehr geärgert. Es ist jetzt nicht an der Zeit, öffentlichkeitswirksam größere Veranstaltungen zu planen und Auswärtige nach Neudrossenfeld zu holen. Ja, wir wünschen uns Normalität, aber wir haben auch Verantwortung", sagte der Bürgermeister. Er behalte sich sogar vor, die Veranstaltung komplett abzusagen. "Das hängt von den Inzidenzen ab. Denn sollten die Auflagen weiter verschärft werden, könnte die Durchführung problematisch werden - beispielsweise, wenn 2G-Regeln kontrolliert werden müssen." Auch die Einhaltung von Abständen im Freien sei schwierig zu kontrollieren.

Das Konzept der Gemeinde Neudrossenfeld sieht vor, dass am 27. November zwischen 16 und 18 Uhr der Posaunenchor auf dem Bräuwerck-Areal spielt. An neun Stände n sollen von lokalen Gruppierungen Dekoartikel, Glühwein, Gebäck, Marmeladen und Bratwürste angeboten werden. "Wir wollen schon etwas für die Bürger machen. Aber es ist jetzt nicht an der Zeit, um Veranstaltungen auszuweiten", machte der Bürgermeister klar und forderte die Freien Wähler auf, ihren Antrag zurückzuziehen.

Dies tat Rainer Strobel (FW) dann auch. "Wir haben den Antrag schon vor Wochen formuliert, die Zahlen waren nicht absehbar. Wir wünschen uns, in die Planungen einbezogen zu werden", sagte Strobel.

"Ich würde die Veranstaltung absagen", forderte indes Björn Sommerer (FuG). Doch Hübner (CSU) beendete die Diskussion und wollte sich nicht zu einer vorschnellen Entscheidung drängen lassen. Letztlich hänge das weitere Vorgehen von den Inzidenzen und den Entwicklungen der Pandemie ab.

Keine Einwände hatten die Räte gegen zwei Bauanträge. So gab es grünes Licht für den Neubau eines Einfamilienhauses mit Carport im Geltungsbereich des Bebauungsplans "Am Jurablick". Keine Diskussion gab es bezüglich des Baus eines Carports in Aichen. so