Die Enttäuschung war Stadträtin Monika Wiesner (CSU) anzumerken. "Dann brauchen wir dieses Jahr nicht mehr mit dem Spielplatz zu rechnen" , sagte sie in der jüngsten Sitzung des Kommunalparlamentes. Ihre Verstimmung bezog sich auf die Nachricht, dass die Regierung von Unterfranken das Konzept für einen Mehrgenerationen-Spielplatz an der Musikschule so nicht mitträgt.

Als generelle Ablehnung des Entwurfs des Planungsbüros Dietz und Partner aus Elfershausen will Kämmerin Julia Spahn das auf Nachfrage nicht verstanden wissen. "Wir haben den Auftrag bekommen, ihn noch einmal zu überarbeiten." Der Regierung sei der Mehrgenerationen-Aspekt nicht genug herausgearbeitet gewesen, informiert sie weiter. Mehr ins Detail möchte Spahn nicht gehen.

Fest steht, dass nur ein Mehrgenerationen-Spielplatz von der Behörde gefördert wird. Bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten könnten als staatlicher Zuschuss kommen. Laut der Kämmerin wären 220.000 Euro aus dem Sonderfonds "Innenstädte beleben" verfügbar.

Ein neuer Spielplatz an der Musikschule steht seit vielen Jahren auf der Dringlichkeitsliste von Stadtrat und Verwaltung. Dass er gebaut wird, war schon ein Wunsch der früheren Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU). Eine Initiative, zu der aus dem Stadtrat Franziska Kaul (CSU) und Heike Greenberg-Kremser (PWG) und Florian Wildenauer (SPD) gehören, macht sich besonders dafür stark. Wiesner unterstützt sie.

Gelände ist geschrumpft

Franziska Kaul bedauert, "dass der erste Entwurf kein Volltreffer war". Die Beweggründe der Regierung von Unterfranken kennt auch sie bisher nicht.

Die Initiative hatte ihre Ideen mit in den ersten Spielplatz-Entwurf eingebracht. Ursprünglich hatten sich ihre Mitglieder zwei separate Bereiche vorgestellt: einen auf dem Gelände zwischen Sinn und Mühlgraben an der Musikschule, wo sich Kinder von null bis 13 Jahren tummeln sollten. Das zweite Areal für die Jugend mit Ninja-Parcours zwischen Bauhof und altem Haus Waldenfels fiel der Gesamtplanung von Bahnhofsgelände und Georgi-Park zum Opfer.

Also ballten sich die Pläne für den Mehrgenerationen-Spielplatz auf dem Bereich zusammen, wo jetzt ein kleinerer Spielplatz steht und sich die Bad Brückenauer einst beim Minigolf vergnügten. Dort waren laut Kaul Bereiche für die verschiedenen Altersgruppen vorgesehen, aber auch solche, wo sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene begegnen.

Was konkret geplant war, sagt auch sie nicht. Doch man kann davon ausgehen, dass im (ersten) Konzept größere Klettergeräte stehen und Rutschen, aber auch Aufenthalts- und Rückzugsbereiche für Jugendliche und Erwachsene. Kaul selbst spricht von Punkten, wo "Gesellschaftsspiele für Jung und Alt" möglich sind.

Dem noch zu erarbeitenden zweiten Konzept des Büros Dietz will die CSU-Stadträtin eine Chance geben. Ihr Anspruch und der der Spielplatz-Initiative bleibt "ein zentraler Wow-Spielplatz, der auch Leute von außerhalb anzieht, und nicht 08/15". Dahinter stecke der "konzeptionelle Gedanke, die Innenstadt zu beleben". Kaul hofft, mit dem überarbeiteten Konzept zeitnah an die bisherige Entwicklung anknüpfen zu können. Und dass es das Wohlwollen der Regierung von Unterfranken findet.

Projekt könnte sich ziehen

Monika Wiesener hingegen fürchtet, dass sich das Projekt Mehrgenerationen-Spielplatz zeitlich noch zieht. Als ehemals in einer Verwaltung Tätige weiß sie, wie schwierig und zäh es sich mit einer staatlichen Förderung entwickeln kann. Wichtig sei aber, dass die Bad Brückenauer erfahren, dass es nicht an der Stadt oder dem Stadtrat, sondern an der Regierung von Unterfranken.

Kämmerin Julia Spahn jedenfalls will sich bemühen, dass der Bau des Spielplatzes noch dieses Jahr beginnt. Das hänge davon ab, ob die Regierung den zweiten Entwurf mittrage, wie schnell sie Fördergeld bewillige beziehungsweise den vorzeitigen Maßnahmenbeginn bescheinige und wie schnell Ausschreibungen und Vergaben erfolgen könnten. Eine Fertigstellung des Projektes noch 2022 schließt Spahn nahezu aus.

Mit seinem Vorschlag, die Diskussion über die Finanzierung in die Haushaltsberatung Ende März zu verschieben, streifte Florian Wildenauer eine weitere Idee: den Mehrgenerationen-Spielplatz ohne staatliche Förderung umzusetzen. Doch das steht ebenso in den Sternen wie eine Prognose, ob der Regierung der zweite Entwurf zusagt oder nicht.