Brigitte Krause und Klaus Schmitt

Viel Schlaf bekommen Karin Kraus und Britta Merkel in diesen Tagen nicht. Mit allen Kräften arbeitet die Tierschutzinitiative (TI) Haßberge gegenwärtig daran, das Tierheim so einzurichten, dass es Mitte Mai in Betrieb gehen kann. In diesen Tagen wird der Zaun fertiggestellt, der das weitläufige Freigelände umgibt. Im Inneren sind die Tierboxen und Gehege schon weitgehend fertig eingerichtet. An den Wänden prangen farbenfrohe und schöne Bilder, die der Einrichtung eine freundliche Atmosphäre geben.


Kunstwerke an den Wänden

TI-Vorsitzende Britta Merkel und Karin Kraus freuen sich dabei über den Einsatz von Laura May, Bianca Däumer, Monika Hofmann und Annika Masurek. Sie haben die Wände bemalt. "Haben Sie das hier auch schon fotografiert? Der Wegweiser ist mein ganzer Stolz", sagt Britta Merkel, die sich freilich über alle Kunstwerke an den Wänden freut. Viele Einrichtungen, Privatspender und Firmen haben in den letzten Wochen auch für die Ausstattung des Tierheims gespendet. Momentan liegt der Antrag auf Betriebserlaubnis beim Veterinäramt Haßberge im Landratsamt in Haßfurt. Tierheimleiterin wird Britta Merkel mit ihrer Stellvertreterin Karin Kaus sein. Sie beide haben den Sachkundenachweis zum Betreiben eines Tierheims.
Sehr zufrieden sind die Aktiven, wie Britta Merkel sagt, mit dem Foyer des Tierheims. Hier in der Eingangshalle sollen später einmal die Veranstaltungen und Vorträge im Tierheim stattfinden. Mit einigen Aktionen wollen die Betreiber dafür sorgen, dass das Tierheim ein offenes Haus und für die Bevölkerung zugänglich ist. Eine der ersten Gelegenheiten wird sich sicherlich im Juni oder Juli ergeben. Dann feiert die Tierschutzinitiative Haßberge ihren zehnten Geburtstag. Mit einem Fest im Tierheim.
Zunächst einmal ist noch eine letzte ganz große Kraftanstrengung notwendig: Am Mittwoch, 9. Mai, sind alle Mitglieder und weitere Helfer tagsüber willkommen. Dann wird vor der Eröffnungsfeier am Samstag, 12. Mai, 14 bis 18 Uhr (Zeller Straße 1, 97478 Knetzgau) Klarschiff gemacht. Die große Endreinigung steht an.
Das neue Tierheim zwischen Knetzgau und Zell war Ende November eingeweiht worden. Den Schlüssel als neuer Betreiber erhielt die Tierschutzinitiative Haßberge, die die Fundtierbetreuung im Landkreis Haßberge neu aufbaut.
Im Jahr 2011 war das Haßfurter Tierheim, damals unter der Leitung des Tierschutzvereins Haßfurt Stadt und Land, vom Veterinäramt des Landratsamtes aus hygienischen Gründen geschlossen worden. Seitdem war die Fundtierbetreuung nicht mehr geklärt. Die Tierschutzinitiative (TI) Haßberge übernahm sie zeitweise auf einem privaten Hof in Oberschwappach. Es wurde ein neues Tierheim benötigt.
Die Suche nach einem Standort dauerte länger als gedacht. Mögliche Grundstücke im Kreisgebiet kamen in die engere Wahl, mehrmals gab es Widerstand aus der Bevölkerung. Seit Februar 2015 hatte der Landkreis Haßberge Gewissheit und das Grundstück bei Zell erworben. Es konnte gebaut werden.


Kommunale Aufgabe

Die Kosten für das Gebäude belaufen sich auf 1,7 Millionen Euro. Die jährlichen Betriebskosten schätzt der Kreis auf 180 000 Euro. Für den Betrieb gründeten die 26 Städte und Gemeinden einen eigenen Zweckverband. Die Fundtierbetreuung ist eine kommunale Aufgabe.