Nach 41 Dienstjahren wurde es Zeit für das Magirus-Deutz Tanklöschfahrzeug TLF16/24 der Feuerwehr Rödental, in den Ruhestand zu gehen. Die Erinnerung daran sollte aber nicht verloren gehen. Also nahm sich die Jugendgruppe der Rödentaler Wehr der Aufgabe an, Fahrtenbücher und andere Dokumente auszuwerten und die Geschichte des Fahrzeuges festzuhalten.

Von Bedeutung war für Jugendleiter Matthias Wöhner, dass nicht nur die Daten erfasst werden. Vielmehr stand für ihn im Vordergrund, dass die Jugendgruppe in der coronabedingten Zwangspause eine Aufgabe hatte. "Uns war wichtig, die sozialen Kontakte zu erhalten", stellte der Jugendleiter fest.

Insgesamt 36 Stunden investierten die 15 Jugendlichen während der Sommerferien in das Projekt. "Alle haben mitgemacht", betonte Matthias Wöhner stolz. Durch ihre Arbeit geht in die Annalen: dass das Fahrzeug 22 187 Kilometer auf dem "Buckel" hat, dass es für 225 000 Mark angeschafft und am 22. Juli 1979 in Dienst gestellt wurde. Bei insgesamt 1109 Einsätzen stand es den Einsatzkräften hilfreich zur Seite. Den ersten Großeinsatz musste das TLF beim Brand der Suck in Mönchröden am 17. Oktober 1980 absolvieren. Damals entstand ein Sachschaden von zwei Millionen Mark.

Den Aufzeichnungen der Jugendlichen ist zu entnehmen, dass das TLF sechs Tage lang beim Waldbrand im Bausenberg im Jahr 1990 im Einsatz war. Auch war es beim Brand des Sporthauses Wohlleben (1999), beim ersten großen Brand der Mülldeponie in Blumenrod (2003) und dem Altstadtbrand in Coburg (2012) mit seiner Mannschaft vor Ort.

Einen traurigen Tag in der Geschichte hatte das Jahr 1982 für die Feuerwehr und den Magirus-Deutz parat. Am 16. Juli, dem elften Jahrestag der Feuerwehr Rödental, blieb ein amerikanischer Panzer beim Überqueren des Bahnübergangs in Oeslau mit seiner Antenne an der Oberleitung hängen und geriet in Brand. Für einen Soldaten kam jede Hilfe zu spät.

In den umfangreichen Aufzeichnungen der Jugendgruppe fanden noch mehr Ereignisse Platz, die untrügliches Zeugnis darüber ablegen, wie oft und in welchen vielfältigen Bereichen das Können der Feuerwehrleute gefordert war, um anderen Menschen zu helfen. Kommandant Steffen Schaller sprach allen Jugendlichen seinen Dank und Respekt für die tolle Leistung aus.

Bekommt es ein Liebhaber?

Was mit dem Tanklöschfahrzeug wird, konnte Schaller noch nicht sagen. Er wusste nur so viel, dass es die Stadt verkaufen will. "Vielleicht wird ein Wohnmobil daraus", meinte Schaller und erläuterte, dass es viele Liebhaber gäbe, die sich alte Feuerwehrautos zu solchen Fahrzeugen umbauen.