Auf Einladung von MdL Alexandra Hiersemann (SPD) besuchten Bürger aus Erlangen vor einiger Zeit den Bayerischen Landtag und wurden Zeugen eines sehr seltenen Ereignisses: eines Hammelsprungs.

Unter den Teilnehmern waren unter anderem Mitarbeiter der Tafel Erlangen, Mitglieder der Querbeet-Freizeitgruppe des Deutschen Alpenvereins, Sektion Erlangen, und Studenten aus dem Bereich der Rechtswissenschaft. Im Maximilianeum in München wurde unter anderem die aktuelle Plenarsitzung besucht.

Bei einem Antrag der FDP über die Erweiterung der Ladenöffnungszeiten forderte die Opposition, den Wirtschaftsminister in den Landtag zu zitieren. Da nicht genügend Abgeordnete der Regierungskoalition im Saal waren, kam es zu dem sehr seltenen Ereignis eines Hammelsprungs. Bei diesem Abstimmungsinstrument verlassen alle Abgeordneten den Saal, um anschließend durch unterschiedliche Türen, die für die verschiedenen Abstimmungspositionen stehen (Zustimmung, Ablehnung, Enthaltung), wieder hereinzukommen. Hierbei wird gezählt, wie viele Abgeordnete jeweils durch welche Tür den Saal betreten haben, wobei nicht nur die gezählt werden, die ursprünglich bei der Abstimmung anwesend waren. Dies führt meist zur "wundersamen Vermehrung" unter den Abgeordneten der Regierungsparteien, weswegen die Wirkungskraft des Hammelsprungs äußerst gering ist und nicht die Mehrheitsverhältnisse während der ursprünglichen Abstimmung widerspiegelt. Die vollständige Debatte kann auf der Webseite des Bayerischen Landtags angeschaut werden.

Auch Thüringen war Thema

Nach dieser recht lebhaften Sitzung führte die Besuchergruppe ein interessantes Gespräch mit Alexandra Hiersemann. Neben dem Hammelsprung wurde auch der Tabubruch in Thüringen mit der AfD besprochen. Die Landtagsabgeordnete betonte dabei: "Es kommt gerade jetzt darauf an, dass die Demokraten zusammenhalten! Dies bedeutet für mich, dass nicht nur der AfD gegenüber klar Haltung gezeigt werden muss, sondern auch denen gegenüber, die keine umfassende Abgrenzung zur AfD zum Ausdruck bringen - wie es nun leider unverzeihlich in Thüringen passiert ist."

Abschließend führte die Landtagsabgeordnete ihre Besuchergruppe durch die geschichtsträchtigen Räumlichkeiten des Maximilianeums. Die Landtagsfahrt endete mit der Rückfahrt nach Erlangen, wobei sich viele Besucher noch auf dem Nachhauseweg ausführlich über den Hammelsprung unterhielten. red