Im Leben des Wernsteiners Hans Hofmann hat es schon viele Momente gegeben, in denen er es nicht für möglich gehalten hätte, dass er einmal seinen 80. Geburtstag feiern würde. Deshalb freute er sich über die Glückwünsche besonders.
Bürgermeister Dieter Adam war gekommen und auch Horst Meisel von den Feldgeschworenen, denen der Jubilar seit mehr als 60 Jahren angehört. Er hat die Aufgabe von seinem Vater übernommen.
Auch bei der Feuerwehr Wernstein war er viele Jahre aktiv. 25 Jahre lang war er Schriftführer. Diesen Posten hat er jetzt seiner Tochter vererbt. Die will es ihrem Vater nachmachen, aber: "Wenn ich meine 25 Jahre voll habe, dann kann ja den Schriftführerposten mein Sohn übernehmen", sagt sie lachend.
Die Feuerwehr lag Hans Hofmann immer am Herzen. Und wenn er auf eine Sache stolz ist, dann darauf, dass er aktiv daran mitwirken konnte, dass Wernstein ein eigenes Feuerwehrhaus bekommt. Hofmann ist ein echter Wernsteiner. "Ich bin hier im Ort geboren - das waren damals die Kriegszeiten", erzählt der Jubilar, der sein Geld als Weber in der Spinnerei verdient hat, aber bereits in jungen Jahren an Krebs erkrankte. Schon im Alter von 42 Jahren musste er seinen Beruf aufgeben. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich achtzig werde", sagt der Jubilar offen.


"Alles ging kaputt"

Denn die heimtückische Krankheit, die er gottseidank überstanden hat, war nicht die einzige Situation, in der das Schicksal zugeschlagen hat. "Ich habe sogar einen Hurrikan überlebt", erzählt Hofmann und erinnert sich an den Urlaub mit seiner Frau in der Dominikanischen Republik: "Erst gab es eine Warnung, dann sollte der Hurrikan am Mittwoch kommen. Doch er kam schon am Dienstagabend - und alles ging kaputt", erzählt Annelore Hofmann. Der Flughafen war komplett zerstört, die meisten Flugzeuge flogen die Dominikanische Republik nicht mehr an. Überall war damals Chaos. Doch die Hofmanns hatten Glück und kamen heil wieder nach Deutschland zurück. Vergessen werden sie den Urlaub aber nie in ihrem Leben.
Seitdem bleibt Hans Hofmann lieber in heimischen Gefilden. Er arbeitet gerne in seinem Wald. Zwei Hektar bewirtschaftet er. "Ich mache alles selbst. Der Wald ist mein Heiligtum", sagt Hofmann, der auch gerne in seinem Garten werkelt.
Aufgewachsen ist der Jubilar mit vier Schwestern, zwei sind allerdings schon gestorben. Eine, die 95 Jahre alt ist, muss sich derzeit einer Behandlung im Krankenhaus unterziehen, weshalb er die Feier kurzerhand ein bisschen nach hinten verlegt hat.
Bürgermeister Adam dankte dem Jubilar für sein vielfältiges Engagement. "Der Hans hat sich immer engagiert, er hat nie nein gesagt."
Auch Kater Oskar beäugte die Gäste neugierig. Hofmann und seine Frau haben im Frühling zwei Katzen aufgenommen. Doch noch ehe sie kastriert werden konnten, war der Nachwuchs schon da. Deshalb leben jetzt in der Familie Hofmann sechs Samtpfoten, allerdings verteilt auf zwei Haushalte.